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Keine Chance im Eichsfeld

Gastgeber dominiert unseren TSV
Unsere Jungs hatten am gestrigen Samstag nach der langen Reise ins knapp 200 Kilometer entfernte Struth nicht den Hauch einer Chance. Der 5:1 Sieg der Gastgeber geht auch in dieser Höhe völlig in Ordnung.
Umso schwerer ist es für unsere Redaktion heute die passenden Worte zu finden. Denn all das, was einen spannenden Spielbericht ausmacht, fällt heut größtenteils weg. Chancen. Tore. Jubel. Zumindest was den TSV Gera-Westvororte betrifft. Über all das können wir heut so gut wie gar nicht berichten.
Heute bleibt uns in dieser Hinsicht sehr wenig. Ein Tor. Zwei Halbchancen und ein Freistoß von Tim Richter, den Keeper Petr Svarc aus dem Eck hechtete.
Ansonsten spielt fast nur der Gastgeber. Gefühlter Ballbesitz 70 % und Chancen en masse. Unser junger Keeper Mika Schlundt konnte einem regelrecht leid tun, hat er doch über die fünf Gegentore hinaus alles gehalten, was zu halten war. Aber schon in der vierten Minute war er machtlos, als Robert Sachs die frühe Führung erzielte.
Als Mika dann in der 14. Minute per Elfmeter von Jannis Zimmermann verladen wurde, stand es früh 2:0 und man musste so ein klein wenig Angst um unsere Mannschaft haben.
Trotz der frühen und deutlichen Führung steckten unsere Jungs aber nicht auf. Das zumindest verdient Respekt. Trotz drückender Überlegenheit des 1.FC Eichsfeld konnte das Team unseres Trainer-Duos Gehrt/Schelbe vereinzelt Nadelstiche setzen.
So zum Beispiel nach gut einer halben Stunde, als Franz Hoffmann den Anschlusstreffer erzielte. Nach 32 Minuten stand es plötzlich nur noch 2:1. Wir waren wieder im Spiel. Gut, Jungs!
Eichsfeld, erwachsen und ruhig, dominierte das Spiel jedoch weiterhin und ließ sich vom Gegentor nicht irritieren. In der Folge waren die Spieler um Kapitän Tim Richter regelrecht chancenlos. Aber vielleicht können wir jetzt, so um die 40. Minute, weiterhin Hoffnung haben und den knappen Rückstand in die Pause mitnehmen. Dann durchatmen und vielleicht im zweiten Durchgang vieles besser machen?
Diese Hoffnung währte aber nur kurz, denn noch vor der Pause traf das Team vom Trainer Ronald Leonhardt binnen einer Minute gleich zweimal. In der 44. war es Franz Rippel per Kopf und in der 45. Minute Jannis Zimmermann, der schon vor dem Wechsel für die Vorentscheidung sorgten.
In dieser ersten Halbzeit waren wir dem Gegner nicht gewachsen. Und der konnte mit Beginn des zweiten Durchgangs personell sogar nachlegen, als der Dritt-Liga-Erfahrene Nils Pichinot eingewechselt wurde. Weitere Treffer für den Gastgeber blieben in der Folge glücklicherweise aus.
Jetzt hat sogar der TSV die ein oder andere kleine Möglichkeit. So zum Beispiel beim Freistoß von Tim Richter, den Petr Svarc aus der Ecke kratzte. Wir sind jetzt etwas besser im Spiel, aber schon im Gegenzug der 1. FC Eisfeld wieder mit einem ganz dicken Brett. Glücklicherweise geht der Schuss knapp über unseren Kasten.
Dann aber doch. Finn Oberthür, heute der vielleicht beste Spieler auf dem Platz, krönt seine starke Leistung mit dem Tor zum 5:1 und macht somit den Deckel endgültig drauf.
Müssen wir jetzt Angst bekommen, was die Tordifferenz betrifft? Werden wir hier vielleicht abgeschossen? Immerhin sind noch gut 20 Minuten zu spielen. Ja nicht untergehen, jetzt! Zwar kann sich Jannik Wolff im Laufduell über links noch zweimal erfolgreich durchsetzen, ein weiterer Treffer gelingt unserer Mannschaft allerdings nicht.
Dann Glück für die Scheubengrobsdorfer, dass das Aluminium dem 6:1 im Wege steht. Auf der anderen Seite setzt sich Franz Hoffmann über rechts energisch durch, sein Schuss verfehlt das gegnerische Tor jedoch knapp am langen Pfosten.
Dann eine weitere Schrecksekunde für die Gäste. Philipp Rehnelt bleibt am Boden liegen und muss behandelt werden. Von weitem sah es aus, als hätte er sich das Knie verdreht. Hoffentlich ist das nichts Schlimmeres. Vorerst kann er aber weiterspielen.
Vor 205 Zuschauern ist der Gastgeber weiterhin gefährlich. Besonders bei Ecken und Flanken müssen wir aufpassen. Da brennt es immer lichterloh in unserem Schlafraum. Ein weiteres Tor fällt jedoch nicht.
Letztendlich treten wir mit einer deutlichen Niederlage die Heimreise an. Der 5:1-Sieg geht auch in dieser Höhe völlig in Ordnung, hätte bei besserer Chancenverwertung der Gastgeber gar noch höher ausfallen können.
Dennoch glaubt auch der dortige Stadionsprecher weiterhin an unserer Mannschaft, war er sich doch sicher, dass wir unsere entscheidenden Punkte noch holen werden. Auch wir glauben weiterhin an unsere Mannschaft.
Wir haben beim souveränen Tabellenführer deutlich verloren. Der 1.FC Eichsfeld thront in der Tabelle nach sechs Spielen mit der maximalen Punktzahl von 18. Im Schnitt erzielte die Mannschaft darüber hinaus knapp vier Tore pro Spiel. Vielleicht relativiert diese beeindruckende Statistik unsere deutliche Niederlage ein klein wenig.
Und nein, wir möchten nichts, aber auch gar nichts, schönreden, denken aber immer wieder positiv. Unsere Jungs haben nun zwei Wochen Zeit die bittere Schlappe aufzuarbeiten, zu analysieren und sich auf das nächste Spiel vorzubereiten.
Dann aber muss jeder mindestens 100 % geben. Dann muss eine ganz andere Leistung auf den Platz gebracht werden. Denn es geht am 10.10.26 um 15:00 Uhr im LVM Sportpark im „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen Wacker Nordhausen, die ebenfalls wie unsere Jungs aktuell tief im Tabellenkeller stehen, heute nachmittags allerdings noch die Möglichkeit haben zu punkten. Ab 14:00 Uhr treffen die Nordhäuser zu Hause auf den FC Saalfeld.
Ein enttäuschte Trainer Daniel Gehrt resümiere: „Das war nicht gut. Ich muss sagen, dass ich enttäuscht bin, wie wir aufgetreten sind. Darüber muss gesprochen werden und da müssen wir ganz schnell die richtigen Schlüsse draus ziehen, denn in 14 Tagen wartet mit Nordhausen wieder ein ganz wichtiges Spiel.“ und er fährt rückblickend fort: „Die Frage ist immer wie man verliert, und da bin ich mit dem Auftreten überhaupt nicht zufrieden. Wir hatten uns vorgenommen diszipliniert zu verteidigen und Fußball zu spielen. Das ist uns bis auf 20 Minuten in der ersten Halbzeit nicht gelungen.“
Wir werden jetzt, wie jeden Sonntag früh pünktlich um null900, zum Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee greifen, auch wenn wir heute sicherlich das ein oder andere Stück Zucker extra benötigen, weil der Kaffee sonst doch recht bitter schmeckt.
Ohne Worte …
#ausgerafürgera #jungundgersch
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