Westvororte assistiert dem Gast dreimal
Unnötige Heimniederlage
Unkonzentrierten, Leichtsinn und katastrophale individuelle Fehler bringen Langensalza auf die Siegerstraße. Was man unserer Mannschaft nicht vorwerfen kann, ist, dass sie nicht gekämpft hat. Das hat sie. Und sie hat auch immer wieder Moral gezeigt. Zweimal hat man sich – trotz zwei Tore Rückstand – nicht aufgegeben und hat alles versucht. Individuelle Fehler haben aber den Ausschlag gegeben, so dass die Mannschaft trotz eines engagierten Auftritts abermals mit deren Händen dasteht.
Zweite Minute. Es geht gleich munter los. Kopfball der Gäste, aber direkt in die Arme unseres Keepers. Dann erarbeiten wir uns hinten den Ball. Eichberger auf Hoffmann. Der diagonal auf Wolf, der düpiert seinen Gegenspieler und läuft ihm davon, wird auf Höhe des Strafraums aber umgerissen, der Schiedsrichter lässt weiterspielen.
Und gleich noch mal Westvororte. Nach langem Pass von Zschille verlängert Hoffmann per Kopf. Winefeld steht völlig frei, aber anstatt zu schießen, versucht er noch einen Spieler kunstvoll auszudribbeln, bleibt allerdings hängen.
Dann kommt der Gast, aber Bastian Dräger ist aufmerksam und erobert den Ball, der anschließende Schuss geht weit drüber.
Dann wieder wir. Wir spielen uns über Richter, Hoffmann, Winefeld und Eichberger wunderschön durch die gegnerischen Reihen. Eichberger sucht auch zielgerichtet den Abschluss, sein Schuss geht allerdings am Tor vorbei.
Aber wir sind gut im Spiel. Das macht uns Hoffnung. Das macht Spaß.
Und kaum sind acht Minuten gespielt, der nächste Abschluss für die Unseren. Diesmal ist es Winefeld der nicht das richtige Zielwasser getrunken hat. Aber bisher sieht das gut aus, was wir machen. So kann es gerne weitergehen.
Dann aber ein Riesenbrett für unsere Gäste. Die Flanke von links kommt bis zum langen Pfosten durch, wo Nils Noak reinrutscht. Aber auch er verfehlt das Ziel mit seinem satten Abschluss knapp. Und gleich noch mal die Gäste. Diesmal kann unser Keeper im nachfassen in alles größter Not klären.
Wir erleben hier in den ersten 20 / 25 Minuten ein packendes Fußballspiel. Es geht hin und her. Waren wir eben noch ganz nah vor und am gegnerischen Tor, gibt es jetzt schon wieder Ecke für die Mannen aus Bad Langensalza.
Aktuell – so um die 30. Minute – scheint es so, dass sich beide erst einmal genügend ausgetobt haben. Es kehrt etwas mehr Ruhe ein. Aber kaum notieren wir uns das, ist Marcus Klotz – obwohl relativ klein – Sieger im Kopfballduell. Wolff zieht darauf aus 20 Metern dirket ab, aber ebenfalls knapp daneben.
Im Mittelfeld geht es teilweise richtig zur Sache. Erst wird Eichberger umgerannt, dann bekommen wir einen Freistoß, als Tim Richter am Trikot zu Boden gezerrt wird. Der bringt nix ein. Aber kurz darauf ist es wieder Wolf, der sich über links energisch durchsetzt. Der satter Abschluss, der wohl unhaltbar gewesen wäre, verpasst den langen Pfosten allerdings um wenige Zentimeter. Der Favorit vom FSV Preußen darf sich so nach und nach glücklich schätzen, dass er noch kein Gegentor kassiert hat.
Die besseren Chancen haben bisher wir. Auch, weil Zschille und vor allem Kurth hinten richtig gut stehen und alles abräumen.
Und auch nach vorne machen wir das wirklich gut. Auch spielerisch. Oft kommt nur der letzte Pass nicht an. Da müssen wir konzentrierter zu Werke gehen. Nachdem jetzt etwa fünf oder sechs Minuten das Tempo raus war, geht es dann wieder richtig zur Sache. Westvororte arbeitet viel und erkämpft sich verlorene Bälle sofort zurück.
Noch fünf Minuten bis zur Pause. Die gut 120 Zuschauer, die heute in den LVM Sportpark gekommen sind, werden es, auch wenn bisher keine Tore gefallen sind, nicht bereut haben. Sie sehen ein gutes und schnelles Verbandsligaspiel.
Dann die Riesenchance für unsere Gäste, aber Cedric Thrum kann reaktionsschnell auf der Linie klären. Stark, Keeper. Nach vorn häufen sich jetzt allerdings unsere Fehler. Die Pässe kommen nicht mehr so gut an. Chancen sind jetzt schon eine ganze Weile Mangelware. Dann ist endlich Pause. Jetzt können alle erst einmal durchatmen und unsere Spieler frische Kräfte sammeln.
Die zweite Halbzeit beginnt mit einem wunderschönen Konter über 4,5 Stationen. Am Ende kann Franz Hoffmann den Torwart noch umkurven und aus Spitzenwinkel abziehen. Der Ball wird aber leider in letzter Sekunde von einem Gästeverteidiger von der Linie gekratzt. Ecke.
Die bringt nix ein. Aber kurz darauf sind wir schon wieder in Fünfmeterraum, der Gast kann das Leder aber irgendwie noch rausschlagen. Der anschließende Fernschuss von Lenny Schumann geht leider knapp drüber.
Dann bringen wir uns selbst in die Bredouille, weil wir den Ball unkonzentriert im Spielaufbau verlieren. Zschille kann nach Abschluss in der Mitte gerade noch so zur Ecke klären. Das war ein erster grober Fehler. Solche Schnitzer sollten uns nicht mehrfach passieren.
Dann hatten wir Freistoß an der Mittellinie, schlagen den Ball aber unverständlicherweise direkt in die Ein-Mann-Mauer. Von dort springt das Spielgerät Leon Schleip direkt vor die Füße. Der geht ab, lässt noch einen unserer zur Absicherung hinten stehenden Verteidiger im Laufduell stehen und mit seinem platzierten Abschluss aus 16 Metern unserem Keeper keine Chance. Wie aus dem Nichts die Führung der Gäste.
Vorarbeit: Westvororte.
Da darf die Statistik den TSV Gera-Westvororte gern als Vorlagengeber benennen. 56. Minute, 0:1.
Zwei Minuten später will ein Gästespieler den schnellen Spielaufbau unseres Keeper verhindern. Für das taktische Foul bekommt er Gelb. Da er erst wenige Minuten zuvor schon einmal Gelb bekommen hatte, muss er nun vom Feld. Nun sind wir etwa 30 Minuten in Überzahl. Können wir daraus etwas machen?
Nein. Das nächste Eigentor. Wir verlieren über unseren letzten Mann einen unnötig eingegangenen Zweikampf an der Mittellinie. Finn Harbauer zieht von der Mittellinie aus einfach ab und überrascht damit unseren Keeper. Der Ball schlägt unhaltbar über ihm ein. 65. Minute, 0:2.
Vorarbeit: Westvororte
Aber wir geben uns trotz des Zwei-Tore-Rückstandes noch nicht auf. Gegen die tief stehende Abwehr der Gäste wird es natürlich besonders schwer. Dann ist es Franz Hoffmann der mutig in die Mitte flankt. Sein Millimeter genau getimter Pass erreicht den einlaufenden Eichberger, der den Ball geschickt über den Scheitel rutschen lässt, so dass dieser im langen Eck unhaltbar einschlägt. Wir sind wieder dran. Geht jetzt vielleicht doch noch was? 1:2, 68. Minute.
Und mit neuem Selbstvertrauen und neuem Schwung gleich noch einmal wir. Super Flanke Kurth. Kopfball von Rehnelt. Glanzparade Florian Gath im Tor der Gäste. Der steht jetzt vermehrt im Mittelpunkt.
Jetzt machen wir wieder Druck. Jetzt sind wir wieder am Drücker, nachdem wir etwa 10 Minuten mit uns selbst zu tun hatten. Richter wird umgerannt. Freistoß. 30 Metern. Das ist bisschen weit, um es direkt zu versuchen.
Aber nicht für Eichberger. Der versucht es. Und er zwingt den gegnerischen Keeper zu einer Glanzparade, der diesen satten Schuss sensationell aus dem Angel gekratzt. Das hat der richtig gut gemacht. Das haben neide richtig gut gemacht.
Wir machen’s uns jetzt, wo wir wieder dran sind, wo wir dein Ausgleich nahe sind, selber schwer. Zweimal innerhalb von zwei Minuten verlieren wir jetzt wieder den Ball, weil wir uns auf sinnlose Zweikämpfe im Vorwärtsbewegung einlassen. Und immer wieder auf sinnlose Diskussionen.
Ballverlust. Konter. Glück. Glück, dass der Ball nur an unserem Außennetz landet und es Ecke gibt. Und gleich noch einmal Glück, dass Cedric Thrum den Kopfball mit den Fingerspitzen noch an die Latte und zur nächsten Ecke lenken kann.
Aber diese führt dann wohl zur Entscheidung und zum dritten Treffer für unsere Gäste. Luis Miguel Schack macht das, was wir nicht machen und zieht einfach mal aus 18 Metern ab. Sein Schuss wird noch leicht abgefälscht und landet im Geraer Tor. Eine Folge des nur eine Minute vorher leichtfertig verlorenen Balles. 1:3, 73. Minute.
Vorarbeit: Westvororte.
Das Spiel wird ruppig. Innerhalb weniger Minuten gab es auf jeder Seite eine Gelbe Karte. Es geht richtig zur Sache. Körperlich und verbal. Bastian Dräger muss nach einem aggressiven Rempler behandelt werden, kann aber nach etwa fünf Minuten weiterspielen
Jetzt, wo noch circa 15 Minuten zu spielen sind, machen wir nochmals wahnsinnig Druck. Langensalza kann sich momentan nur mit weit nach vorn geschlagenen Bällen erwehren.
Wieder verlieren wir im Spielaufbau den Ball. Das darf doch wohl nicht wahr sein. Wieder geht die Post ab. Jetzt können wir uns bei unserem Keeper bedanken, der den satten Abschluss sensationell pariert.
Aber auch wir haben noch weitere Möglichkeiten. Können wir vielleicht doch noch einmal zurückzukommen. Nach schönem Pass von Julian Hoyer zieht Tim Richter von der Strafraumgrenze ab, aber auch seinen Schuss geht drüber. Und noch einmal der eingewechselter Hoyer, diesmal scheitert er mit seinem Schuss am Keeper.
Vier Minuten Nachspielzeit. Geht noch was? Die nächste Flanke von Franz Hoffmann kommt aber auch nicht an und lande hinter dem Tor. Beim Ball holen lassen sich unsere Gäste logischerweise viel Zeit. Damit schwindet die Hoffnung.
Letzte Minute der Nachspielzeit. Nach einem Freistoß nahe der Eckfahne das Tor. 2:3. Und noch eine Minute. Können wir doch noch mal hoffen? Nein. Der Torwart der Gäste kann den Ball ein letztes Mal aufnehmen, lässt clever die Uhr runterlaufen. Das war’s.
Eine weitere Heimniederlage steht zu Buche. Eine wirklich unnötige. Die insgesamt bessere Mannschaft verliert. Unsere Redaktion möchte niemanden zu nahe treten, aber der ein oder andere muss sich heute zum Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee wirklich an die eigene Nase fassen und sich über seinen Bärendienst, den er der Mannschaft erwiesen hat, tiefgründig Gedanken machen.
Das einzige, was man unserer Mannschaft nicht vorwerfen kann, ist, dass sie nicht gekämpft hat. Das hat sie. Und sie hat Moral gezeigt hat. Zweimal war man mit zwei Toren im Rückstand. Zweimal hat man sich nicht aufgegeben und hat alles versucht.
Drei katastrophale Fehler haben heute allerdings den Ausschlag gegeben, so dass die Mannschaft trotz eines engagierten Auftritts abermals mit deren Händen dasteht.
Unkonzentriertheiten, Leichtsinn und individuelle Fehler schenken dem Gast einen glücklichen Sieg.
Ohne Worte …
#ausgerafürgera #jungundgersch










