Mach von hui, nach hinten … naja
Westvororte verliert gegen Pohl
Fünfmal knipst der 29-jährige Routinier aus der Rennstadt. Fünf mal lässt er uns aussehen wie kleine Jungs. Fünf mal könnte man denken, dass keiner unserer Spieler wusste, wer Albert Pohl ist.
Da erscheinen die drei Tore von Franz Hoffmann fast nebensächlich. Das wollen wir aber so nicht stehen lassen und Franz zu seinen drei Toren gratulieren. Spätestens seit heute ist er in den Westvororten auch sportlich vollends angekommen.
Das Spiel war über 90 Minuten äußerst kurzweilig und ein offener Schlagabtausch. Für den neutralen Zuschauer vielleicht das Spiel des Jahres. Nicht nur wegen der zehn Tore.
Schon in der zehnten Minute eröffnete Tomoya Imura den Torre, als er auf der rechten Seite zu viel Platz hatte, seinen Gegenspielern davon lief, in den Strafraum eindringen konnte und den Ball aus relativ spitzen Winkel im langen Eck versenkte. 1:0.
Kurz darauf ein Bock unseres jungen Keepers Clemens Burgold, der die Schnelligkeit des Schleizer Kapitäns, der unseren Keeper in der 15. Minute anlief, unterschätzte und den Pressschlag gegen ihn verlor. 2:0.
Westvororte aber kaum geschockt. Nach einer Ecke von Tim Richter steigt Philipp Rehnelt in der Mitte am höchsten und köpft den Ball in der 20. Minute mustergültig ins Lange Eck zum 2:1.
Und wiederum nur fünf Minuten später steht unser Offensivmann abermals im Mittelpunkt, als er im gegnerischen Strafraum von den Beinen geholt wird. Pfiff. Elfmeter.
Franz Hoffmann läuft an und schiebt den Ball ins äußere Eck. Keeper Alexander Weiß ist zwar mit den Fingerspitzen noch am Ball, kann den Einschlag aber nicht verhindern, weil der Schuss scharf und platziert im unteren Eck einschlägt. 2:2.
Aber die Freude wehrte nur kurz. Es geht weiterhin hoch und runter, hin und her und die Tore fallen wie am Fließband. Wie zwei Minuten nach unserem Ausgleich, als Albert Paul allein auf unser Tor zuläuft, unserem Keeper keine Chance lässt und Schleiz abermals in Führung bringt. 3:2.
Nur eine Minute später fast das 4:2, aber unser Keeper Clemens Burgold kratzt den Freistoß mit den Fingerspitzen aus der Ecke. Stark gehalten. Es bleibt beim 3:2. Aber nicht lange. Wahnsinn, was hier los ist. In der 33. Minute ist es Julian Hoyer, der für uns zum abermaligen Ausgleich trifft. 3:3.
Und immer noch ist das nicht genug. Glück dann für uns, dass nach einem Foul an Albert Pohl kein Elfmeter gepfiffen wird und der Schiedsrichter weiterspielen lässt. Auf der anderen Seite kann sich jetzt der Schleitzer Keeper auszeichnen, als nach schönem Pass von Winefeld Rehnelt an Weiß scheitert.
Als die knapp 200 Zuschauer im Fasanengarten damit rechneten, dass es mit diesem torreichen Unentschieden in die Pause geht, zieht Franz Hoffmann nach einer schönen Kombination über Rehnelt und Szydlo aus 18 Metern satt ab. Der leicht abgefälschte Ball erwischt den Schleizer Schlussmann auf dem falschen Fuß, so dass Westvororte mit dem Pausenpfiff sogar noch in Führung geht. 3:4
Das gibt es doch gar nicht, denkt sich sicherlich nicht nur unsere Redaktion und ist froh, dass jetzt erstmal Pause ist und alle ein wenig durchatmen und sich sortieren können.
In den ersten 10 Minuten des zweiten Durchgang passiert nicht viel. Dann prallen Julian Hoyer und der Schleizer Keeper zusammen. Beide müssen kurz behandelt werden, aber bei beiden geht es weiter. Dem Schleizer Keeper Alexander Weiß, der nach dem Spiel noch Kopfschmerzen hatte, wünschen wir gute Besserung.
Auf der anderen Seite Schleiz mit einem wunderschönen Angriff über rechts. Über zwei drei Stationen kommt der Ball in die Mitte, den Abschluss kann unser junger Keeper Clemens Burgold allerdings sicher entschärfen.
Dann dringen wir über links in den Strafraum ein. Sascha Winefeld bricht aber ab und sieht den etwa 25 Meter vor dem Tor gut postierten Franz Hoffmann. Der schließt sofort ab. Der Torwart hat Probleme und kann den Ball nicht festhalten. Glück für Schleiz, dass keiner der Unseren mit diesem Abpraller etwas anfangen kann.
Der zweite Durchgang bis jetzt, so um die 70. Minute herum, etwas ruhiger, bis dato ohne weiteres Tor. Wir machen das gut. Hinten müssen wir aufpassen, da sind wir nicht immer sattelfest, aber nach vorn machen wir das wirklich richtig schön. Wir bewahren die Ruhe.
Das sollte sich aber dann noch einmal ändern. Die Schlussphase nahm etwa 12 Minuten vor Ultimo nochmals so richtig Tempo auf.
Nach einem groben individuellen Schnitzer in unserer hochstehenden Defensive schnappt sich der Schleizer Kapitän Albert Pohl den Ball und läuft alleine auf unser Tor zu. Der Routinier macht das Ding sicher rein. Unsere Führung ist futsch. 4:4.
Nur eine Minute später kommen wir nach einer wunderschön Kombination über Schumann, Winefeld und Hoffmann zum Abschluss, aber Richter trifft den Ball auf 16 Metern nicht richtig und verzieht.
Noch neun Minuten. Und der Mann des Tages, der Matchwinner aus Schleiz, Albert Pohl, dreht das Spiel und trifft mit seinem vierten Tor am heutigen Tage zur erneuten Schleizer Führung. 5:4.
Noch sieben Minuten. Dann haben wir Glück, als wir abermals einen Ball vertendeln und das taktische Foul von Daniel Zschille herhalten muss, damit ein Schleizer Stürmer nicht abermals alleine aufs Tor zulaufen kann. Den Freistoß können wir verteidigen.
Noch sechs Minuten. Das Spiel hat in den letzten 10 Minuten noch einmal so richtig Fahrt aufgenommen. Das Tempo auf beiden Seiten ist hoch. Ein super Spiel, ein packender Schlagabtausch. Ein echter Pokal-Fight.
Jetzt hat Schleiz die Entscheidung auf dem Fuß. Der Ball landet beim auffälligsten Spieler des heutigen Tages, Albert Pohl, der noch einmal überlegt ablegt. Der Schuss seines Sturmpartners geht aber glücklicherweise ganz knapp am langen Pfosten vorbei.
Zweimal hintereinander verlieren wir dann den Ball in der schnellen Vorwärtsbewegung und müssen uns ad hoc zurückziehen, denn Schleiz ist schnell da. Jetzt wieder. Der Abschluss kann von unserer vielbeinigen Abwehr aufopferungsvoll noch zur Ecke abgewehrt werden.
Noch vier Minuten. Ecke für Schleiz. Nach vorne geht bei uns jetzt nicht mehr viel. Obwohl wir das so bis zur 70. Minute wirklich richtig gut gemacht haben und immer wieder selbst für Gefahr in und um den gegnerischen Strafraum sorgen konnten.
Noch zwei Minuten. Freistoß von der Mittellinie für unsere Farben. Der kommt hoch in den vollbesetzten Gastgeber-Strafraum. Wir kommen auch zum Kopfball. Der geht aber knapp daneben.
Und schon wieder Schleiz. Hier geht es wirklich hin und her. Den abgefälschten Schuss kann Clemens Burgold allerdings sichern.
Jetzt machen wir nochmals richtig Druck. Rehnelt wird im Strafraum umgerissen, aber der Pfiff bleibt aus. Abstoß. Die offizielle Spielzeit ist rum.
Wie viel gibt es obendrauf? Können wir noch einmal zurückkommen? Haben wir noch so viel Kraft?
All diese Fragen sind nur zwei Minuten später Makulatur. Wir werden nach einem Fehlpass in der Offensive abermals eiskalt ausgegekontert. Und wieder der Schleizer Kapitän, den wir einfach nicht in den Griff bekommen. Albert Pohl läuft zum wiederholten Male allein auf unser Tor zu und knipst zum fünften (!) Male. 6:4.
Das war’s, jetzt, so zwei oder drei Minuten vor dem endgültigen Ultimo. Für unseren attraktiven Offensivfussball wurden wir trotz unserer vier Treffer heute leider nicht belohnt. Das sah zeitweise wirklich richtig gut aus. Das war sehr ansprechend. Hinten allerdings hatten und haben wir deutliche Reserven. Daran müssen wir arbeiten. Da müssen wir mehr Fußball denken.
In einem fairen, attraktiven und offensiven Fußballspiel, welches über die gesamte Zeit auf Messers Schneide stand, in dem sich beide Teams nichts schenkten und sich auf Augenhöhe begegneten, machte einer den Unterschied. Albert Pohl ist mit seinen fünf Treffern zweifelsohne heute der Matchwinner und der Spieler des Tages.
Glückwunsch an den Schleizer Kapitän und an sein Team. Wir wünschen den Rennstädtern für die nächste Runde Losglück und viel Erfolg. Wir sehen uns in dieser Saison zu den Ligaspielen noch zweimal und freuen uns auf weitere spannende und packende Begegnungen.
Apropos spannend. Das wird es für unsere Jungs schon am nächsten Samstag wieder, wenn wir in Geratal zu Gast sind und wenn es dann wieder um Punkte geht. Hoffentlich haben wir aus den heutigen Fehlern gelernt.
Nichtsdestotrotz lassen wir uns jetzt – wie immer pünktlich um null900 – den Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee gut schmecken, da unsere Jungs auch heute wieder gezeigt haben, welch Potenzial in ihnen steckt und uns für die nächsten Wochen mit dem attraktiven Offensivfußball und 10 Toren in zwei Spielen viel Hoffnung machen.
Ohne Worte …
#ausgerafürgera #jungundgersch #westvororte … wo Freunde nicht nur zusammen Fußball spielen



