Sensationeller Kantersieg
Westvororte wie im Rausch
Jetzt nicht übermütig werden, nur nicht leichtsinnig werden. Bitte auch das nächste Spiel genauso hoch konzentriert und mannschaftlich geschlossen angehen wie am gestrigen Samstag gegen den 1. Suhler SV 06.
Denn was der TSV trotz Abwesenheit mehrerer Leistungsträger am Samstag zeigte, war beeindruckend. So wollen wir unsere Mannschaft sehen. Individuelle Klasse. Mannschaftliche Geschlossenheit. Effektivität, Willensstärke und Leidenschaft.
Bei hervorragenden äußeren Bedingungen begrüßte man erstmals in der Geschichte der Scheubengrobsdorfer den 1. Suhler SV 06. Wie auch unsere Mannen standen die Spieler aus dem Thüringer Wald bisher mit leeren Händen da.
Nach den ersten drei Punktspielen hatten beide Teams nichts Zählbarens vorzuweisen. Mutig und selbstbewusst – zumindest im Interview vorab – reiste das Team von Spielertrainer Steffen Kolk in Gera an, hatte man sich doch, wie auch der Gastgeber, vorgenommen, den ersten Punkt bzw. die ersten Punkte einzufahren.
Die Anfangsminuten gehörten dann allerdings den TSV, der etwas besser ins Spiel fand. Dann aber merkte man, dass es bereits am vierten Spieltag um einiges geht. Beide Seiten begannen relativ nervös. Auf beiden Seiten waren in dieser Phase mehrere Fehlpässe zu verzeichnen.
So nach und nach aber übernahm Westvororte das Spiel. Mehrfach setzte man Eichberger und vor allem Konrad Sydlo über die rechte Seite in Szene. Zwei oder dreimal konnten der Routinier und der junge Geraer Angreifer in der gegnerischen Defensive für erste Gefahr sorgen.
Für seinen leidenschaftlichen Auftritt, bei dem der erst 20-jährige Szydlo die gegnerische Abwehr immer wieder vor Probleme stellte, belohnte er sich nach 26 Minuten, als er einen Zuckerpass von Sascha Winefeld direkt mir der Innenseite, entgegen der Laufrichtung des Keeper, überlegt im langen Eck des Suhler Kastens versenkte. Die Führung für den TSV.
Das Team von Trainer-Duo Gehrt/Schlebe bleibt auf dem Gaspedal. Nur sechs Minuten nach der Führung ist es Sascha Winefeld, der kurz hinter der Mittellinie sein Solo startet, zwei Gegenspieler stehen lässt und einen Pass auf den rechts startenden Szydlo antäuscht. Diesen führt er aber nicht aus, sondern dreht noch einmal in die Mitte und kann ohne größere Bedrängnis aus gut 16 Metern mit links trocken ins kurze Eck abschließen. 2:0.
Jetzt macht Westvororte richtig Druck. Suhl steht nur noch hinten drin. Wieder eine schöne Kombination. Eichberger und Szydlo. Der zurück. Eichberger trifft. Steht knapp im abseits. Westvororte, dem dritten Treffer sehr nahe. Suhl aktuell chancenlos.
Und nur eine Minute später setzt sich unser Routinier wieder gegen zwei Suhler Abwehrspieler durch. Sein Schuss aber geht knapp am kurzen Pfosten vorbei. Die Führung zu diesem Zeitpunkt hoch verdient.
Aber genau in diese überlegende Phase unserer Mannschaft hinein, wie aus dem Nichts, die erste richtig dicke Möglichkeit für unsere Gäste. Der Schuss landet glücklicherweise aber nur am Pfosten, der Nachschuss geht um Millimeter am langen Pfosten vorbei. Da haben wir jetzt richtig Glück gehabt.
Kurz durchatmen. Noch 10 Minuten bis zur Pause. Wäre es nicht schön, wenn wir diese Führung in die Halbzeit mitnehmen könnten?
Westvororte sucht weiterhin sein Glück in der Offensive. In der 42. Minute ist es Lenny Schumann, der über links bis auf die Grundlinie vordringt. Seinen überlegten Pass in den Rücken der Abwehr setzt der heute auffällige Winefeld knapp daneben.
Das sieht nach vorn nach richtig schönem Fußball aus. Hinten stehen wir sicher, gewinnen die Zweikämpfe und die Kopfballduelle. Wie auch jetzt wieder. Dann geht es wieder ganz schnell. Ein weiter Ball auf Eichberger.
Der macht in der 45. Minute den vorne in der Mitte fest und nimmt Franz Hoffmann, der ihn überläuft, mit. Der passt sofort in die Mitte. Dort nimmt Richter mit rechts an, legt sich das Spielgerät noch auf seinen starken Linken und zieht vom halblinks aus 10 Metern satt ab. Der Ball knallt ins lange Eck. Das ging für unseren Gast jetzt zu schnell. Viel zu schnell. Wahnsinn. Westvororte führt zur Pause mit 3:0.
Ein alles in allem bisher wunderschöner Fußballnachmittag für die heimischen Zuschauer und Weiß-Blauen Fans, hatten die doch schon vor der Begegnung Grund zum Applaudieren, als ehemalige Spieler des TSV in diesem wunderschönen Rahmen bei Sonnenschein und vor knapp 150 Zuschauern verabschiedet worden.
Unser Team-Manager Marcus Schneider und unser Vorsitzender Heiko Linke übergaben an Jonas Scherzer, Max, Cherouny, Niklas Schäfer und Christian Kruschke neben dankenden Worten auch je einen Westvororte-Schal und ein eigens für diesen Anlass mit dem jeweiligen Namen gebrandetes blaues Original-TSV-Trikot. Anfang der Woche dazu mehr.
Aber zurück zum Spiel. Hoffentlich weiter so konzentriert und nicht denken, dass das Ding hier vielleicht schon gelaufen ist. Sowas kann einem erfahrungsgemäß auf die Füße fallen. Jungs, bitte den Schwung der ersten Halbzeit in den zweiten Durchgang mitnehmen.
Das TSV beginnt diesen allerdings etwas verhaltener. Man will jetzt natürlich nicht ins offene Messer laufen. In den ersten 10 Minuten nach dem Wechsel passiert daher nicht viel. Suhl ist auch jetzt nicht in der Lage, Westvororte ernsthaft in Gefahr zu bringen.
In der 55. Minute, dann sticht Westvororte eiskalt zu. Richter passt raus auf links. Hoffmann aus vollem Lauf sofort scharf und flach in die Mitte, wo Eichberger mit letztem Einsatz und dem langen Bein reinrutscht und das Leder über die Linie drückt. Wann hat es so etwas je im LVM Sportpark gegeben? Viele der Unseren schütteln ungläubig den Kopf.
4:0. Das klingt richtig deutlich, für Eichberger, aber nicht deutlich genug. Abermals setzt er sich gekonnt in Szene, lässt noch einen Gegenspieler stehen, scheitert mit seinem Abschluss aber an Keeper Marcel Barthelmes. Glück für unseren Angreifer, dass der Ball direkt zu ihm zurück springt, er das eiskalt ausnutzt und den Ball abermals über die Linie drücken kann. 5:0 nach 57 Minuten. Damit ist der Deckel wohl drauf.
Ein echtes Aufbäumen unserer Gäste? Fehlanzeige. Der Suhler Keeper kann einem leid tun, fast jeder Schuss ein Tor. Auf der anderen Seite darf sich jetzt nach einer scharfen Flanke auch Cedric Thrum, der bisher einen sehr ruhigen Nachmittag verbringen durfte, einmal beweisen und boxt das Leder souverän aus der Gefahrenzone.
Nach gut einer Stunde dürfen sich dann Franz Hoffmann und unser Doppeltorschütze Tom Eichberger, der heute von den Fans der Saarbach-Chaoten zum Man of the Match gewählt wurde, ausruhen. Da beide eh etwas angeschlagen ins Spiel gegangen sind, ist der Wechsel jetzt logisch.
Aber auch ohne die beiden Leistungsträger überlaufen wir nur wenig später die gegnerische Abwehr abermals. Diesmal ist es Winefeld, der seinen Bewacher düpiert, in den Strafraum eindringt und von halbrechts aus 12 Metern selbstbewusst abzieht und ins lange Eck trifft. Der Gäste-Keeper ist zwar mit den Fingerspitzen noch dran, kann den Einschlag aber nicht verhindern.
Jetzt, wo noch gut 15 Minuten zu spielen sind und auf Grund der mehr als deutlichen Führung für unsere Farben, bekommt unser Torhüter-Neuzugang Mika Schlundt die Chance seine ersten Verbandsliga-Minuten zu sammeln und das Tor zu hüten. Cedric Thrum verlässt unter dem Applaus der Fans stolz und ohne Gegentor den Platz.
Trotz der vielen Wechsel kein Abbruch in unserem Spiel. Abermals nehmen wir jetzt die gegnerische Abwehr mit zwei Doppelpässen komplett auseinander. Konrad Szydlo steht am langen Pfosten völlig frei, trifft den Ball aber nicht richtig, war er von so viel Freiheit wohl selbst etwas überrascht.
Nichtsdestotrotz hat unser junger Rechtsaußen gezeigt, dass er eine echte Verstärkung für unser Offensivspiel sein kann und darf heute stolz auf seinen leidenschaftlichen Auftritt sein.
In den letzten Minuten plätschert die Begegnung dann so vor sich hin. Suhl kann nicht mehr, Westvororte will und muss nicht mehr. Das Ding hier ist schon seit einer geraumen Zeit durch und entschieden.
Auch unser Stadionsprecher hatte heute sichtlich Spaß und viel zu tun und heizte kurz vor Ultimo die Fans mit dem allseits bekannten Schlachtruf „Ohne Worte – Westvororte“ noch einmal so richtig an.
Direkt nach dem Spiel findet unser Trainer im Kreis erste lobende, aber auch mahnende Worte. Im Gegensatz dazu auf der gegnerischen Bank harsche Kritik des Trainers am Auftritt seiner Mannschaft.
Wir wollen uns heute den Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee ganz besonders gut schmecken lassen, war der deutliche 6:0 Erfolg doch der höchste in der Verbandsliga-Geschichte des TSV. Schöner kann der Sonntagmorgen – pünktlich um null900 – doch gar nicht beginnen, oder?
Glückwunsch an unsere Mannen, die sich den Sieg – auch in dieser Höhe – verdient und nicht nur uns viel Freude bereitet haben. Das wollen wir heute noch feiern, ehe sich das Team und die Verantwortlichen ab morgen gezielt und konzentriert auf die nächste schwere Aufgabe konzentrieren, wenn man am kommenden Samstag in der zweiten Runde des Thüringer Landespokales beim starken FSV Schleiz zu Gast sein wird.
Ohne Worte …
#ausgerafürgera
#jungundgersch
#westvororte … wo freunde nicht nur zusammen fußball spielen
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