Guten Morgen, Westvororte
TSV mit besserem Ende in der Regenschlacht – Derby mit Elfmeter-Drama
Das hat Seltenheitswert. Westvororte ist im Pokal eine Runde weiter. Und das auch noch nach Elfmeterschießen. Da soll noch einer sagen, Westvororte kann keine Elfmeter. Aber Spaß beiseite. Das Match am Freitagabend war von äußerster Spannung bis zum zehnten Elfmeterschützen geprägt.
Mit dem letzten verwandelten Strafstoß von Matchwinner Maurice Willscher und der spielentscheidenden Parade von Cedric Thum, der den fünften Penalty der Gastgeber abwehren konnte, endete dieses packende Stadt-Derby im Thüringer Landespokal mit 6:5 für den Favoriten aus Scheubengrobsdorf. Auf Wunsch der Eurotrink Kickers auf Freitagabend vorverlegt, rechnet man mit mehr Zuschauern, die auf eine Überraschung hoffen und den Underdog zum Sieg führen sollten. Aufgrund der Witterungsbedingungen kamen nach Angaben der Gastgeber allerdings nur 276 Schaulustige ins Karl-Harnisch-Sportzentrum.
Diese aber sahen, falls sie über die vielen Schirme hinweg schauen konnten, eine bis zum zehnten Elfmeter und bis in die Dunkelheit um 20:38 Uhr äußerst packende Pokal-Begegnung. Der Favorit vom TSV Gera-Westvororte nahm seine Rolle an und trotzte sowohl dem Wetter als auch den vielen Gastgeber-Fans, die die Mannschaft von Daniel Gehrt hätten gern straucheln sehen. Der Aggressivität der Gastgeber versuchte der Gast mit spielerischen Mitteln aus dem Wege zu gehen. Aber ebenso wie Eurotrink auch Westvororte mit viel Leidenschaft.
Hoch konzentriert gehörten die ersten 10 Minuten dem favorisierten Gast. Im Anschluss daran eine Partie auf Augenhöhe, mit weiteren ein bis zwei Phasen, in denen Westvororte das Spiel diktierte. Lange ohne Erfolg. Auch nach der überraschenden Führung durch Eurotrink-Kapitän Marc Arno Zausch in der 36. Minute behielt das Team um Kapitän Tim Richter die Nerven und spielte ruhig, kontrolliert und abwartend, was unserer Redaktion auch von neutralen Zuschauern und Sportfreunden bestätigt wurde.
Bis zum gegnerischen Strafraum sah das auch alles recht gefällig aus, dann aber fehlte die Entschlossenheit und dieser eine eiskalte Knipser. Torabschlussaktionen waren Seltenheit. Eurotrink verteidigte mit viel Leidenschaft. Dennoch immer wieder Möglichkeiten für die Gäste.
Dass man allerdings bis zur 84. Minute warten musste, ehe es nach einer Standardsituation Verteidiger Christopher Lätz war, der aus dem Gewühl heraus aus Nahdistanz traf, war sicherlich nicht der Plan. Verdient war der Ausgleich alle Male, hatte man, wenn auch nicht viele, doch über die gesamten 120 Minuten mehr Spielanteile und auch die besseren Möglichkeiten.
Eurotrink verteidigte bis in diese Phase kurz vor Ultimo hinein aufopferungsvoll und mit Glück und Geschick die knappe Führung. Mit viel Körperlichkeit wollte man dem Verbandsligisten zu Leibe rücken. Dies gelang auch über weite Strecken. Sieben Gelbe Karten für das Team von Trainer Jörg Fleischer inklusive. Ein echter Pokal-Fight. Ein echtes Stadt-Derby.
Die vielumjubelte Führung für das Fleischer-Team etwas glücklich, da der Schuss, nach einem Westvororte-Fehler im Spielaufbau, abgefälscht wurde und so für unseren Keeper unhaltbar war. Auf der anderen Seite durfte der gute Eurotrink-Schlussmann Niklas Burkhardt mehrfach sein Können unter Beweis stellen, vor allem beim Abschluss von Franz Hoffmann, den der junge, erst 21-jährige Keeper überragend parieren konnte. Kurz vor der Pause, eine etwas längere Unterbrechung, da Matthias Leopold mit Verdacht auf einen gebrochenen Arm längere Zeit behandelt werden musste. Clever vom Schiedsrichter, dass er aufgrund der fortschreitenden Tageszeit und der nahenden Dämmerung diese Wartezeit auf die Halbzeitpause anrechnete.
Die zweite Halbzeit blieb erwartungsgemäß spannend, auch wenn sich beide Mannschaften kaum großartige Chancen erarbeiten konnten. Westvororte jedoch mit mehr Spielanteilen. Eurotrink verteidigt wacker. Je eine große Möglichkeit auf beiden Seiten. Das war’s. Westvororte verpasst den Ausgleich, ein weiterer Torerfolg der Gastgeber fällt einem klaren Abseits zum Opfer.
So dauerte es bei Dauerregen bis sechs Minuten vor Ultimo, eher Christopher Lätz mit dem Ausgleichstreffer den Abend doch noch in die Verlängerung schickte. Als diese dann, ohne Flutlicht im Karl-Harnisch-Sportzentrum, begann, schritt die Dämmerung immer weiter voran.
Gefährlich wurde es immer nach Standardsituationen. Bei den Witterungsbedingungen kein Wunder. Mit fortschreitender Dämmerung natürlich auch eine Herausforderung für die Torhüter bei hohen Bällen. Tore fielen, trotz je noch einer guten Möglichkeit auf beiden Seiten, in der Extra-Time nicht, so dass das Pokal-Derby letztendlich im Elfmeterschießen gipfeln sollte.
In diesem behielten neun der insgesamt zehn Schützen die Nerven und trafen jeweils für ihre Teams. Für unseren TSV, der stets vorlegen musste, waren das der heute überragende Christopher Lätz, Philipp Rehnelt, Daniel Zschille, Lenny Schumann und last but not least Matchwinner Maurice Willscher, der sich diesen Titel allerdings mit unserem Keeper Cedric Thrum teilen muss, der den letzten Elfmeter der Eurotrinker parierte und Westvororte somit vielumjubelt in die nächste Runde brachte.
Mit etwas Glück, aber keinesfalls unverdient, steht der TSV Gera-Westvororte weiterhin im Thüringer Landespokal. Glückwunsch an die Mannen von Trainerduo Daniel Gehrt/Philipp Schlebe. Ein großes Komplimente auch an aufopferungsvoll kämpfende Gastgeber, die ganz nah an einer Überraschung dran waren und an den Unparteiischen, der mit seiner unaufgeregten und überzeugenden Art dieses packende Derby recht gut im Griff hatte und auch in heiklen Situationen zumeist die richtige Entscheidung traf. Das wollen und müssen wir heute unbedingt betonen, denn das ist ja nicht immer so.
Ein großes Dankeschön von den Fans der Saarbach-Chaoten an die Verantwortlichen von Eurotrink, hatte man doch im Vorfeld der Begegnung einige Freikarten erhalten und nach dem Schlusspfiff noch reichlich leckeren Kuchen.
Wermutstropfen auf Seiten der Gäste die schwere Verletzung von Mathias Leopold, der sich am Ellenbogen so schwer verletzte, dass er noch am Abend unter Vollnarkose operiert werden musste. Inklusive Gips konnte er das Krankenhaus zwar zwischenzeitlich wieder verlassen, wird aber sicherlich mehrere Wochen ausfallen. Gute Besserung und schnelle Genesung, Matze.
Und ehe wir uns jetzt den Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee gut schmecken lassen, präsentieren wir euch natürlich noch den von unseren Saarbach-Chaoten gewählten Man of the Match: Glückwunsch, Christopher Lätz. Hinten mit Überblick, hervorragendem Stellungsspiel und überzeugendem Zweikampfverhalten, von mit dem Treffer zum Ausgleich und der Verantwortung des ersten Elfmeters.
Ohne Worte …
#ausgerafürgera
#jungundgersch
#westvororte … wo freunde nicht nur zusammen fußball spielen
Vielen Dank an Bustarayman für die Bereitstellung der Fotos







