Fußball für Bambinis. Interesse? Dann klick >>> hier <<<

Gut gespielt und doch verloren

Zwei Elfmeter verhelfen Weida zum Sieg

Heute wissen wir gar nicht so recht, wie und wo wir zum Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee beginnen sollen. Mit dem Schiedsrichter? Nein. Unser FairPlay verbietet das.
Oder beginnen wir mit den beiden Elfmetern für Weida, die dem Spielverlauf eine für den Gastgeber glückliche und entscheidende Richtung gegeben haben?

Oder mit der Verbannung der allseits als gewaltbereit bekannten Westvororte-Fans von der wettergeschützten Tribüne auf die Sonnenseite des Roten Hügels, in der die Gerschen gut zwei Stunden der sengenden Hitze ausgesetzt waren. Willkommen bei Freunden!

Aber lassen wir die Nebenschauplätze Nebenschauplätze sein und konzentrieren uns auf das Spiel und beginnen, weil wir mehr Anstand haben als manch „Freund“, Weida zum Sieg zu gratulieren.

Und ja, man kann und soll sich sogar über Siege freuen, aber ob man als Offizieller wirklich direkt vor den Augen von Freunden und guten Geschäftspartners aus den Westvororten mit geballter Faust sein breitestes Grinsen aufsetzen muss, hat schon ein kleines Geschmäckle. Da würde dem ein oder anderen ein klein wenig mehr Demut gut zu Gesicht stehen. Auch mit Siegen umgehen will gelernt sein.

Nun aber zu unseren Jungs. In der letzten Woche hatte der ein oder andere Spieler, eigentlich die ganze Mannschaft, nicht nur von unserer Redaktion ganz schön auf die F….. bekommen. Diesmal ist das gar nicht der Fall, denn die Mannschaft hat sich beim hochdotierten Favoriten auf dessen Roten Hügel wirklich richtig gut aus der Affäre gezogen und hatte eine Vielzahl von Möglichkeiten, um selbst Tore zu schießen, um vielleicht abermals für eine Überraschung zu sorgen. Aber wir gehen mit diesen Geschenken einfach zu fahrlässig um. Da war Weida entschieden erwachsener und effektiver.

Letztendlich haben zwei Elfmeter den FC Thüringen auf die Siegerstraße gebracht. Der Gastgeber hatte auch die erste große Möglichkeit, als man sich über die Grundlinie durchsetzte, Jonas Tämmler den Schuss aus dem Hintergrund allerdings bravourös abwehren konnte. Auch bei der darauf folgenden Ecke bleibt unser Keeper Sieger, konnte er den scharf nach innen getretenen Ball doch aus der Gefahrenzone boxen.

Die ersten 10 bis 15 Minuten spielen wir in dieser munteren Begegnung gut mit. Dann standen wir etwas hoch und Zschille kann gegen den durchgebrochenen Stürmer im Tackling mit der Fußspitze noch gerade so klären. Das war richtig stark.

Dann haben wir eine gute Möglichkeit. Eine Flanke von Franz Hoffmann landet genau auf den Kopf von Philipp Rehnelt, aber der Keeper ist aufmerksam und fängt den Kopfball sicher.

Dann die erste 100-prozentige. Für uns. Ein Steckpass von Lenny Schumann erreicht Sascha Winefeld, der seinem Gegner davon und alleine auf Keeper Soldera zuläuft, aber diese große Möglichkeit liegen lässt. Der Ball trudelt am langen Pfosten vorbei und knapp ins Aus. Selbst der Weidaer Trainer Peter Dauel gab nach dem Spiel zu, dass die Begegnung vielleicht anders läuft, wenn Sascha Winefeld in diesem Moment trifft.

Wir stehen hinten recht ordentlich. Weida versucht es immer wieder mit Steckpässen in die Spitze. Zweimal muss Jonas Tämmler im Rauslaufen klären. Zweimal lief der Stürmer dabei aber auch ins Abseits. Noch brennt nichts an. Bis dato ein Spiel auf Augenhöhe zwischen dem großen Favoriten und dem Abstiegskandidaten.

Dann hat Weida in der 27. Minute eine richtig gute Möglichkeit, aber der Schuss geht ebenso wie zehn Minuten vorher bei Winefeld knapp am langen Pfosten vorbei. Nach Chancen fifty-fifty. Weida vielleicht mit einem kleinen Plus ein Spielanteilen.

Man hat Angst, wie im Vorjahr in Rückstand zu geraten und will das erste Tor. Will aber auch kein zu großes Risiko eingehen.

Dann wieder wir. Winefeld erkämpft sich den Ball im Mittelfeld und spielt auf Hoffmann. Der ist frei durch und läuft allein auf das gegnerische Tor zu, bis er kurz vor dem Strafraum von hinten unfair attackiert wird und stürzt.

Der Schiedsrichter sagt weiterspielen. Wir haben allerdings keine Zeitlupe und müssen das so stehen lassen, auch wenn das „halbe“ Stadion aufspringt und schreit und Freistoß und rote Karte wegen Notbremse fordert.

Und weiter geht es mit einer Entscheidung gegen uns. Jannik Wolff bekommt für die selbe Aktion, die bei einem Weidaer Spieler ungeahnt blieb, Gelb und wird kurz darauf in der Mitte ziemlich unfair und schmerzhaft unterlaufen. Wieder bleibt der Pfiff aus.

Kurz darauf aber doch. Jetzt bekommt Wolff einen Freistoß. Den zirkelt Winefeld auf den langen Pfosten  wo Mathias Leopold am höchsten springt, sein Kopfball, aber über den Querbalken geht. Auf der anderen Seite lässt Daniel Zschille im Strafraum das Bein stehen, was der Weidaer Stürmer clever annimmt. Das wird sofort mit Elfmeter bestraft. Tor durch Oliver Peuker, der unseren Keeper verlädt. 1:0, 34. Minute.

Aber wir trotzen diesem Rückstand und sind keinesfalls geschockt, sondern übernehmen sogar sofort die Initiative. Eine Minute vor dem Pausenpfiff nochmals Jannik Wolff, der den Ball aus Nahdistanz aber nicht richtig trifft, sodass der Keeper das Leder im Nachfassen sicher hat. Bis dato Westvororte, vielleicht sogar mit den besseren Möglichkeiten.

Das war noch einmal eine richtig gute Chance, die aber auch Weida kurz darauf hat, aber ebenfalls liegen lässt. Mit der knappen Führung geht es vor gut 500 Zuschauern und hochsommerlichen Temperaturen um die 30 Grad dann in die Pause.

Die zweite Hälfte beginnt auf beiden Seiten verhalten. Ein Fernschuss von Philipp Rehnelt geht deutlich übers Tor. Viel mehr passiert in der Anfangsphase des zweiten Durchganges nicht.

Dann machen wir es uns selbst wieder schwer. In der Nähe der gegnerischen Grundlinie verlieren wir den Zweikampf, dann geht die Post ab. Über das gesamte Feld. Wir kommen nicht hinterher. Die Weidaer passen in die Mitte, Tämmler ist noch mit den Fingerspitzen dran, kann aber nicht verhindern, dass der Ball zum freistehenden Leon Gentsch durchrutscht, der aus Nahdistanz nur noch einschieben muss. 2:0. 60. Minute. War’s das?

Ja, das war’s, denn nur 3 Minuten später bekommt der Gastgeber abermals einen Elfmeter zugesprochen. Und abermals ist es Oliver Peker der anläuft und trifft, auch wenn Jonas Tämmler diesmal mit den Fingerspitzen noch am Ball war. So schnell geht es. 60 Minuten ein Spiel auf Augenhöhe mit richtig guten Chancen auf beiden Seiten und innerhalb von vier Minuten ist der Deckel drauf.

Noch immer aber gibt sich Westvororte nicht auf. Respekt dem Team von Daniel Gehrt und Philipp Schlebe. Super Pass auf Markus Klotz, der allein aufs Tor zurennt und kurz vor der Strafraumgrenze vom Torwart rigoros abgeräumt wird. Brutal. Indirekter Freistoß. Sonst nichts. Kein Gelb. Kein gar nichts.

Glücklicherweise kann unsere Nummer #10 nach kurzer Behandlungs- und Wartepause weiterspielen.
Torchancen sind zwischenzeitlich Mangelware. Ein schneller Gegenstoß der Gastgeber war abseits. Auch sonst spielt Weida das nach vorne jetzt nicht konzentriert aus. Man verwaltet die klare Führung.

Dann haben wir noch eine Ecke und kommen auch zum Abschluss, aber ein Weidaer Spieler steht im Fünf-Meter-Raum richtig und kann den Einschlag auf Kosten einer weiteren Ecke verhindern. Und gleich die nächste Möglichkeit. Ein Freistoß von Tim Richter findet den Kopf von Daniel Zschille, aber sein Kopfball geht über das Tor.

Weida zieht sich mit der klaren Führung noch weiter zurück. Wir haben Möglichkeiten. Langer Pass von Zschille auf Klotz, der von der Grundlinie aus scharf in die Mitte passt, wo aber ein Verteidiger mit der Fußspitze noch gerade so vor dem einschussbereiten Jannik Wolff an den Ball kommt und klären kann.
Wir machen in den letzten Minuten zwar noch einmal Druck, können aber letztendlich nicht so zwingend sein, dass wir das Spiel vielleicht doch noch einmal spannend machen können. Weida spielt das jetzt routiniert runter, jubelt kurz darauf nach dem Abpfiff und lässt sich als Derbysieger feiern.

Ob der Sieg – auch in dieser Höhe – am Ende wirklich verdient ist, sollen die entscheiden, die Ahnung von Fußball haben. Wir vergeben an unsere Mannschaft heute trotz der Niederlage ein richtig gute Note, haben wir doch ein Spiel auf Augenhöhe gesehen, welches der favorisierte Gastgeber durch zwei Elfmeter für sich entscheiden konnte.

Nun heißt es auswerten, das positive in die Trainingswoche mitnehmen und sich konzentriert auf das Pokalspiel am Freitagabend bei den Eurotrink Kickers vorbereiten.

Unseren treuen Usern wünschen wir jetzt – wie immer pünktlich um null 900 zum Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee – ein schönes und erholsames Restwochenende und morgen einen guten Start in die neue Woche.

Besonders allen ABC-Schützen wünschen wir ab morgen viel Spaß und viel Erfolg auf ihrem neuen, spannenden und herausfordernden Lebensabschnitt.

Ohne Worte …

#ausgerafürgera

#westvororte

#jungundgersch

.

IMG_1444.jpeg
Chat auf WhatsApp