Guten Morgen, Westvororte
Rote Laterne in Gera. Schwaches Westvororte verliert Heimauftakt
Da hatte man sich für die neue Saison so viel vorgenommen. Ruhigeres Fahrwasser war das Ziel. Nach dem Auftakt in Bad Berka hatte man für die Niederlage sogar noch reichlich Ausreden. Derer gibt es heute keine. Das Ergebnis und die Tabelle lügen nicht.
Westvororte hat gestern verdient verloren, fand man bis auf wenige Ausnahmen kaum einmal wirklich ins Spiel. Einzig zweimal 10 Minuten je Halbzeit spielte man auf Augenhöhe mit. Das ist aber entschieden zu wenig.
Da muss sich auch der ein oder andere Spieler selbst an die Nase fassen. Zwischen dem eigentlichen Leistungsanspruch und dem wirklichen Leistungsvermögen klafft eine Lücke von mehreren Ligen. Da dürfen auch wir als Redaktion heute einfach mal enttäuscht sein. Und ja, da wollen und müssen wir auch den Finger noch einmal in die Wunde legen. Mancher hat sich nach den Spielen gegen Roschütz und Berga wohl etwas ver- und überschätzt und nicht an standhafte Gegner der Verbandsliga gedacht.
Hacke, Spitze, 1-2-3 oder „1000 mal jonglieren“ allein reichen in dieser Liga nicht aus. Das sollte spätestens nach diesem Spiel jedem, der das weiß-blaue Trikot trägt, bewusst sein.
Bei hervorragenden äußeren Bedingungen, Sonnenschein und einem hervorragend gepflegten Rasenplatz ging es pünktlich um 15:00 Uhr los. Hoffnungsvoll. Um 15:08 Uhr stand es schon 0:1. Einen wunderschönen Angriff schloss Jan-Lucas Bärwolf aus etwa 18 m direkt zur frühen Führung ab.
Kurz davor brachten ein erster Abschluss für Westvororte und die darauf folgende Ecke nichts ein. Westvororte beginnt nervös. Einen katastrophalen Fehler im Spielaufbau der Gastgeber kann der FC An der Fahner Höhe glücklicherweise nicht nutzen.
Dann erstmals Westvororte. Ein Gäste-Verteidiger gegen Jannik Wolff nur auf Kosten eines Einwurfs klären. Den bringt Sascha Winefeld weit nach innen. Abschluss Kurth, der noch geblockt wird. Im Nachsetzen schiebt unser Innenverteidiger, das Ding aber aus Nahdistanz über die Linie.
Jetzt haben wir kurz das Momentum. Kurth auf Rehnelt, der lässt den Ball passieren. Winefeld völlig frei, scheitert aber am aufmerksamen und gut reagierenden Keeper. Nur eine Minute später passen wir nicht auf. Einen diagonalen Ball können wir nicht verteidigen. Der Stürmer zieht nach innen. Noch ein Pass – dann Tor. 1:2. Wie schon beim ersten Tor war es abermals der starke Jan–Lucas Bärwolf. Das war es dann wohl schon wieder mit dem erhofften Momentum.
Hinzukommt, dass Jannik Wolff kurz darauf verletzungsbedingt ausgewechselt werden muss. Der wird fehlen. Genau wie auch Eichberger, Zschille, Klotz, Hoffmann und Leonhardt, die aus unterschiedlichsten Gründen fehlten. Zweimal noch in der Folge kontert uns der Gast in Überzahl aus, spielt seine Angriffe glücklicherweise jedoch nicht konzentriert zu Ende. Auf der anderen Seite versucht sich Winefeld aus etwa 18 Metern aus der Drehung. Den Kullerball kann der Torhüter sicher aufnehmen.
Kurz vor der Pause jagen wir noch einen Ball weit über den gegnerischen Kasten. Auf der anderen Seite wird es bei hohen Bällen auf den Zwei-Meter-Mann Machts so richtig gefährlich. Vor 125 Zuschauern geht es dann erst einmal in die Pause. Durchatmen. Besser machen. Bitte. Denn das war bisher gar nichts.
Enttäuscht müssen unsere Fans auch in der zweiten Halbzeit sehen, wie wir dem Gegner immer wieder hinterherlaufen. Gleich nach der Pause stehen wir enorm unter Druck. Nur mit viel Einsatz, Glück, Geschick und unserer vielbeinigen Abwehr können wir drei oder vier Abschlüsse binnen einer halben Minute gerade noch so zur Ecke verteidigen.
So richtig klappt bei uns heute nicht viel. Auch die versuchten Doppelpässe kommen nicht an. Ein gebrauchter Tag. Nach einem weiteren Fehlpass können wir den schnellen Gegenstoß nur durch ein taktisches Foul unterbinden und kassieren Gelb.
Vermehrt machen wir es in dieser Phase mit Fehlpässen dem Gegner einfach. Erst so nach circa 15 gespielten Minuten im zweiten Durchgang kommen wir etwas besser in die Begegnung. Über rechts kann sich Konrad Szydlo zweimal schön durchsetzen. Nach seinen Pässen kommen wir im Zentrum allerdings immer wieder einen Schritt zu spät.
Nur kurz drauf haben wir abermals Glück. Nach einer katastrophalen Ballannahme steht der Gästespieler auf einmal völlig frei vor dem Tor. Christopher Lätz kann auf der Linie gerade noch so retten. In der Mitte klafft permanent ein riesiges Loch. Bei zweiten Bällen sind wir prinzipiell einen Schritt zu spät. Zweikämpfen, gehen wir weitestgehend aus dem Weg.
Unser Gast zieht sich etwas weiter zurück und lauert auf Konter. So haben wir in dieser Phase, so um die 60. / 70. Minute herum, etwas mehr vom Spiel. Und teilweise machen wir das jetzt auch im Mittelfeld recht ordentlich. Wir lassen den Ball geschickt laufen und auch die Pässe kommen an.
Dann nimmt sich der bis dato unauffällige Mouctar Diallo ein Herz und jagt den Ball aus 20 Metern Richtung Tor, trifft allerdings nur das Aluminium. Ein Weckruf? Geht jetzt vielleicht doch noch was? Immerhin steht es nur 1:2. Die Hoffnung ist irgendwie noch da. Und es sind noch fast 20 Minuten auf der Uhr.
Die eingewechselten Szydlo, Dräger und Hoyer finden sofort ins Spiel und sorgen für mehr Bewegung nach vorn. Über rechts dringen Hoyer und Szydlo mit Doppelpass in den gegnerischen Strafraum ein. Mehrfach wirbeln die beiden nun die gegnerische Abwehr durcheinander. Allerdings springen dabei auch nur zwei Ecken für uns heraus, die leider nichts einbringen.
Aber wir machen jetzt Druck. Richter bringt Rehnelt ins Spiel. Der passt scharf nach innen. Allerdings ist der Torhüter mit den Fingerspitzen als erster am Ball. Das sieht jetzt schon viel besser aus. Aber wir müssen aufpassen. Unser Gast ist bei Kontern weiterhin äußerst gefährlich. Jetzt kann Keeper Cedric Thrum gerade noch so zur Ecke klären.
Die wird richtig gefährlich. Erst klatscht ein Kopfball an die Latte, dann trifft auch Arthur Machts aus einem Meter Entfernung nur das Gebäck. Doppeltes Glück für unsere Mannschaft. Dann wieder An der Fahner Höhe. Und wieder rettet Cedric Thrum zur Ecke. Jetzt macht der Gegner mehr Druck und will die endgültige Entscheidung, die der Zwei-Meter-Mann Machts soeben noch leichtfertig vergeben hat.
Acht Minuten vor Ultimo ist es dann aber doch soweit. Nach einer weiteren Ecke ist es der in der zweiten Halbzeit eigentlich unauffällige Jan-Lucas Bärwolf, der mit seinem Dreierpack für die endgültige Entscheidung sorgt. 1:3.
Zwar sind mit Nachspielzeit vielleicht noch 10 Minuten auf der Uhr, aber wer das Spiel bisher gesehen hat, hat wenig Hoffnung, dass wir jetzt noch irgendetwas reißen können. Ganz im Gegenteil. Wir entblößen unsere Abwehr und haben bei zwei Konten Glück, dass jeweils ein gegnerischer Spieler äußerst knapp im Abseits steht.
Dennoch kommen wir insgesamt noch dreimal vor das Gästetor. Zweimal verzieht Tim Richter, der alles versucht, aber auch glücklos bleibt, bei Distanzschüssen. Einmal schießt Philipp Rehnelt bei einem Freistoß aus 18 Metern den Ball dem gegnerischen Torwart in die Arme. Bezeichnend. Es wird abermals eine ganz ganz schwere Saison.
Letztendlich müssen wir eine verdiente Niederlage und somit auch einen Fehlstart in die neue Spielzeit konstatieren. Und auch die nächsten Wochen werden nicht einfacher. Am kommenden Freitag bereits ist man beim starken FC Thüringen Weida zu Gast, ehe abermals nur eine Woche später das Pokal-Derby bei den Eurotrink Kickers ansteht.
Also, keine Zeit zum Durchatmen. Das Spiel auswerten, abhaken und nach vorne schauen. Positiv denken!
Und trotzdem muss der ein oder andere Spieler mit sich selbst hart ins Gericht gehen, will er seinem eigenen Anspruch nicht auch zukünftig weit hinterherlaufen.
Pünktlich um null900 zum Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee wünschen wir euch nun allen noch ein schönes Restwochenende und sagen schon heute herzlich willkommen zum nächsten Heimspiel gegen den 1. Suhler SV am 29. August um 15:00 Uhr im LVM Sportpark.
Ohne Worte …
#ausgerafürgera
#westvororte
#jungundgersch
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