Berauschender Fußballnachmittag
Westvororte ist noch da
Westvororte hat sich noch nicht aufgegeben. Mit großer Moral und kämpferischer Leidenschaft zwang man am Samstagnachmittag im Ostthüringen-Derby den großen Favoriten aus Weida in die Knie.
Und, da die Mannschaft von Kapitän Tim Richter und Trainer Daniel Gehrt den Sieg mehr wollte, geht der letztendlich auch in Ordnung, selbst wenn die knapp zehnminütige Nachspielzeit an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten war und Weida noch mehrere Male gefährlich in unseren Strafraum kam.
Unsere Fans sprachen kurz nach dem Spiel von einem berauschenden Nachmittag. Und dieser Definition schließt sich unsere Redaktion gern an. Denn, das war es gestern, ein berauschender Fußballnachmittag, ein Fest bei besten äußeren Bedingungen vor 312 Zuschauern.
Mit dem direkt vor der Partie von Florian Röhr – Geschäftsbereichsleiter unseres Platin- und Trikotsponsor ad hoc Sports- an unseren Vorsitzenden Heiko Linke übergebenen neuen Jako-Spielball ging es pünktlich 15:00 Uhr los.
Und das gleich mit Pauken und Trompeten. Schon nach gut einer Minute stand es 1:0 für den Gastgeber. Nach wunderschönem Pass von Sascha Winefeld direkt durch die Schnittstelle der Weidaer Abwehrkette legt sich Jannik Wolff den Ball noch einmal vor und schiebt ihn dann, allein vor Torhüter Soldera stehend, mit der Innenseite überlegt ins lange Eck und lässt dem Gästekeeper somit keine Abwehrmöglichkeit.
Haben wir gegen Neustadt und Arnstadt jeweils in der ersten Minute noch je eine 100-Prozentige liegenlassen, sind wir heute gleich zu Beginn hellwach und effektiv. Ein gutes Omen?
Kurz darauf aber schon der Favorit aus Weida. Der Schuss geht allerdings knapp vorbei. Auch der heute auffällige Markus Klotz scheitert in der 20. Minute am Keeper. Insgesamt machen wir das aber heute richtig gut, haben sogar die etwas besseren Möglichkeiten in einem bis dato von beiden Seiten ansehnlichen Fußballspiel.
Weida behält trotz des Rückstandes weiterhin die Ruhe und spielt unaufgeregt. Dermeist aber hintenrum und quer. Aber man setzt auch Nadelstiche. So in der 25. Minute. Glück für uns. Eine Flanke fliegt flach durch den Geraer Strafraum, an Freund und Feind vorbei und landet auf Höhe der Eckfahne der anderen Seite im Aus. Durchatmen!
Weida versucht es nun vermehrt mit weiten und hohe Bällen in unseren Strafraum. Die und weitere Flanken sind aber jeweils sichere Beute unseres Torhüters Cedric Thrum.
So um die 30. Minute hat Weida dann etwas mehr vom Spiel, ohne jedoch zwingend zu werden. Wir können alles in allem die Angriffe mit viel Leidenschaft, gutem Stellungsspiel und Körperlichkeit verteidigen und bringen die knappe Führung über die Zeit.
Pause.
In der und auch sonst hat trotz des abermals großen Zuschauerzuspruches unsere Gastronomie heute richtig gut funktioniert. Kein langes Anstehen. Roster und Steaks, kühles und frisch gezapftes Bier. Perfekter Service. Danke!
Gleich nach der Pause die erste dicke Chance für die Unseren. Eichberger setzt sich gut durch und legt ab. Dräger zieht ab und zwingt den starken Lucas Soldera zu einer Glanzparade.
Kurz darauf abermals der aufgerückte quirlige Bastian Dräger aus ähnlicher Position. Bei seinem zweiten Versuch fehlen ein paar Meter, aber man sieht, dass es nicht am Willen fehlt. Wir setzen Zeichen. Vermehrt schallen nun „Ohne Worte, Westvororte“ Rufe durch den LVM Sportpark.
Das ist es, was den heutigen Tag von den letzten drei oder vier Spielen unterscheidet. Hinten wirft und kniet man sich in jedem Ball rein. Vom sorgt man immer wieder für Gefahr. Draußen stehen die Fans lautstark hinterm Team.
Dann wieder Glück für uns als ein Freistoß durch den Strafraum segelt, aber auch am langen Pfosten vorbei, ins Aus. Kurz darauf darf sich Cedric Thrum beweisen und klärt in einer eins-zu-eins Situation sensationell und verhindert den Ausgleich. Das war eine 100-Prozentige.
Und endlich einmal stellen wir unsere Saisonstatistik auf den Kopf. Hinten verteidigen wir das Riesending der Gäste bravourös und im Gegenzug machen wir das Tor. Was die Effektivität betrifft, müssen wir uns heute wirklich nichts vorwerfen.
Nach einer wunderschönen Kombination über Eichberger und Richter, der den Ball mit der Hacke noch weiterleitet, ist es Sascha Winefeld, der sich diese Möglichkeit aus ungefähr 10 Metern Entfernung nicht nehmen lässt. 2:0. Aber immer noch sind gut 20 Minuten zu spielen.
Weida trotz des Zwei-Tore- Rückstandes mit ruhigem und bedächtigem Spielaufbau. Fast lethargisch. Gewollt oder Notwendigkeit?
Irgendwie fand das Tram von Trainer Hendrik Penzel nie das richtige Mittel, um die stabile Abwehr der Scheubengrobsdorfer zu knacken. Querpässe vor dem eigenen Torwart spiegeln ein wenig die Hilf- und Ideenlosigkeit wieder. Dennoch bleibt es die letzten Minuten spannend. Auf Seiten der Gastgeber hofft man so langsam auf einen Dreier.
Unsere Angriffsspieler – trotz der hohen Temperaturen und der fortgeschrittenen Spielzeit – gehen weiterhin vorn drauf, pressen und zwingen Weida zu teilweise unkoordiniert langen Bällen, die oft keinen Abnehmer finden und meist sicherer Beute unserer Nummer #1 sind.
Dann zieht es Jannik Wolff wieder in den Oberschenkel. Er muss raus. Für ihn kommt Mouctar Diallo, der sich in der für ihn sonst unbeliebten Defensive heute mit einem gekonnten Tackling gleich einmal beweisen darf und dass in dieser gefährlichen Situation richtig gut macht.
Weida jetzt – so 10-15 Minuten vor Ultimo – mit einer Druckphase. Wir wechseln zweimal kurz nacheinander, um den Spielfluss unserer Gäste zu unterbinden.
In der 85. Minute stehen die aber wieder blank vor unserem Tor. Abermals ist es aber unsere Nummer #1, Cedric Thrum, der sich breit macht und den Einschlag mit einer weiteren Glanzparade unterbindet. Was sonst gefährlich an oder in unseren Strafraum kommt, verteidigten Lätz, Kruschke und co. rigoros weg.
Das sächsische Schiedsrichter-Trio, was in einem intensiven Spiel immer den Überblick behielt und auch bei kniffligen Entscheidungen jederzeit richtig lag, setzte nach den absolvierten 90 Minuten erst fünf und dann nochmals zwei obendrauf.
Weida mit dem Mute der Verzweiflung. Und in der 90.+5 mit dem Tor. Robin Paulick zum 2:1. Jetzt, wo offiziell zwar nur noch eine Minute der Nachspielzeit auf der Uhr steht, gerät der sicher geglaubte Sieg noch einmal in Gefahr. Die vom Unparteiischen verlängerte Nachspielzeit ist an Dramatik und Spannung nicht zu überbieten. Und um weitere zwei Minuten wird diese nun verlängert.
Noch einmal Weida. Hoch hinein. Selbst Keeper Soldera steht in unserem Fünfmeterraum. Aber Thrum fängt das Leder sicher runter und begräbt es unter sich. Alles jubelt. Das war’s. Die Zeit ist um. Denkste.
Es geht weiter. Der Schiedsrichter macht keine Anzeichen abzupfeifen. Wir schreiben die 90.+10. Und noch einmal Freistoß für Weida. Bitte, bitte, jetzt nicht noch der Ausgleich.
Und unser Bitten wird erhört. Unser Bangen hat ein Ende. Abermals ist es unsere Nummer #1 – heute der Turm in der Schlacht – der den Ball sicher fangen kann. Kurz darauf ist endgültig Schluss, unsere Spieler liegen sich in den Armen und unsere Fans stimmen prostend die ersten Jubelgesänge an.
Ein intensives, packendes, spannendes und zum Ende hin dramatisches Fußballspiel geht zu Ende. Und es ging – zwar nie unfair – richtig zur Sache.
Allein nach der 85. Minute musste das gute Schiedsrichterkollektiv um Referee Florian Ordon aus Zwickau noch insgesamt fünfmal (!) Gelb zeigen, davon dreimal für unsere Gäste.
Letztendlich brachte der TSV die knappe Führung trotz der verzweifelten Offensivbemühungen unserer Gäste aber über die Zeit. Und das nicht unverdient, denn letztendlich waren es die Weiß-Blauen, die den Derby-Sieg mehr wollten, dafür mehr taten und alles auf dem Platz warfen.
Lassen wir uns nun pünktlich um null900 den Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee bei besten Erinnerungen an gestrigen Nachmittag mit vielen Emotionen und einem nicht unverdienten Sieg schmecken und noch ein paar Bilder sprechen.
Besonders beeindruckend die Leistung von Mathias Leopold, der im vergangenen Jahr noch Kreisliga spielte, gestern gegen gestandene Verbandsliga-Spieler aber nicht im Entferntesten irgendetwas anbrennen ließ. Zweikämpfe, Kopfbälle oder Laufduelle? Er war immer diesen einen Tick besser als sein Gegenüber und wurde deswegen von unseren Fans auch hochverdient zu Man of the Match gewählt.
Immerhin hatten er und seine Nebenleute es 90 Minuten lang mit Christopher Lehmann, Oliver Peuker und Tobias Metzner zu tun. Allein diese drei Weid’schen hatten es im Laufe der Saison bisher auf knapp 30 Treffer gebracht. Gestern nicht.
Ohne Worte …
#ausgerafürgera
#westvororte
#derbysieg
Vielen Dank an Thomas Gorlt vom FC Thüringen Weida für die vielen schönen Fotos
Dieses Spiel wird präsentiert von unserem Partner ad hoc und ad hoc sports
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