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Bittere Bohne um null900

An die Grenzen gehen? Oder an seine Grenzen kommen?

Heimvorteil? Abstiegskampf? An die Grenzen gehen? Oder an seine Grenzen kommen? Nicht nur unsere Redaktion, sondern auch der Großteil der Zuschauer, die es gestern mit dem TSV gehalten haben, waren nach dem Spiel ziemlich enttäuscht.

Eine abermalige Heimniederlage und Spieler, die nicht im Entferntesten ihr eigentliches Leistungsvermögen erreicht haben. Wir wollen niemanden zur nahe treten, aber für den ein oder anderen war der gestrige Spieltag mindestens eine Liga zu hoch.

Die Verbandsliga ist eine riesengroße Herausforderung, begegnet unser Ger‘sches Team doch allwöchentlich Gegnern in deren Kader hochdotierte Spieler aktiv sind, die schon höherklassig – teilweise wie Silvano Vanhargen, Kapitän unserer Gäste – sogar zweite und dritte Liga gespielt haben.

Das Erlebnis der höchsten Klasse unseres Freistaates werden wir trotz der gestrigen abermaligen Niederlage bis zum letzten Spieltag genießen und sind stolz darauf gemeinsam mit unserer jungen Mannschaft dieses Abenteuer erleben zu dürfen, um unsere Farben im gesamten Freistaat fair und sportlich zu präsentieren. Das darf aber kein Alibi sein.

Aber hören wir auf zu philosophieren, schenken uns einen Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee ein, kommen zum gestrigen Spiel und lassen ein paar Fakten sprechen.

Wie schon gegen Neustadt in der ersten Minute die erste Hundertprozentige für unsere Mannschaft. Eichberger legt für Winefeld auf. Der passt geschickt auf Eichberger zurück. Der schließt aus acht Metern völlig freistehend ab, trifft aber nur den Keeper.

Solche Dinger darfst du nicht liegenlassen. Solche Möglichkeiten bieten sich gegen eine Spitzenmannschaft nur selten. Sowas muss rein. Die Anfangsphase ist hektisch. Auf beiden Seiten. So nach sieben bis acht Minuten hat sich das Spiel ein wenig beruhigt. Viele Kontakte im Mittelfeld. Kaum gefährliche Aktionen.

Dann können wir einen schnellen Gegenstoß einleiten, sind sogar in Überzahl, spielen aber den letzten Pass so schlecht, dass der Gegner mit einem einfachen Schritt den Angriff unterbinden kann. Unkonzentriert gespielt.

Dann Arnstadt. Kruschke wird an der Außenlinie unfair zu Boden gestoßen, das Spiel aber geht weiter. In der Mitte kommt ein Arnstädter zum Abschluss, Kevin Kamprath wirft sich aber mit letztem Einsatz in den Schuss und kann zur Ecke klären.

Und wieder bringen wir uns mit einem Fehlpass in die Bredouille. Abermals geht es ganz schnell. Die Flanke der Gäste kommt Millimetergenau. Der fast zwei Meter große Ruschke steigt am Höchsten und köpft das Ding ganz knapp übers Angel. Da hatten wir jetzt Glück.

Kurz darauf die nächste Ecke. Abermals gefährlich. Keeper Tämmler muss sich jetzt so richtig lang machen, um den Ball aus der Gefahrenzone zu boxen. Arnstadt bemüht sich jetzt, so um die 15. Minute, das Spiel zu kontrollieren und hat mehr Ballbesitz. Vanhargen gibt das Tempo vor. Allerdings spielt sich nach wie vor vieles im Mittelfeld ab.

So richtig gefährlich war bisher – außer der großen Möglichkeit von Tom Eichberger in der ersten Minute – keiner von beiden. Dann aber zeigt der Tabellenzweite seine Klasse und nutzt die erste richtig gute Chance eiskalt. 19. Minute. 0:1. Dustin Messing zieht aus spitzen Winkel ab und jagt den Ball zur Führung für in die Maschen.

Obwohl wir bei diesem Angriff fast alle im eigenen Strafraum stehen, kommt Messing am Fünfmeterraum-Eck des langen Pfosten völlig freistehend zum Abschluss, kann den Ball vorher sogar noch in aller Ruhe annehmen und sich die Ecke aussuchen.

Das war jetzt ganz schlecht verteidigt. Symbolisch auch ein weiterer Angriff der Unseren über rechts. Wir werden im Laufduell viel zu einfach abgekocht und bleiben danach – der Gegner schon wieder im Ballbesitz und auf dem Weg nach vorn – noch ein paar Sekunden liegen. So funktioniert Abstiegskampf nicht. So holt man keine Punkte.

Klar macht sich das Fehlen von Lätz, Richter, Rehnelt und Wolff bemerkbar, aber das darf und soll keine Ausrede sein. Weiterhin geht nach vorne wenig. Unbedrängt spielen wir den Ball zum wiederholten Mal dem Gegner in den Fuß. Arnstadt reagiert schnell.

Abermals sind wir mit dieser Schnelligkeit total überfordert. Unsere Handlungsschnelligkeit lässt arg zu wünschen übrig. Lenny Schumann kann jetzt in allerhöchster Not den nächsten Einschlag verhindern. Insgesamt ist das vom Gehrt-Team aber zu wenig. Arnstadt aktuell die bessere Mannschaft.

Jetzt gehen wir aber endlich einmal vorn drauf und laufen den Gegner aktiv an. Und schon knallt es. Hoyer ist eher am Ball und wird von den Beinen geholt. Freistoß für uns. Der bringt zwar nichts ein, aber diese Aktion hat gezeigt, wie es gehen könnte.

Und abermals stehen Eichberger und der heute nach seiner langen Verletzungspause erstmals wieder in der Stadtformation aufgebotene Hoyer im Mittelpunkt.

Nachdem Eichberger im Mittelfeld den Ball abfangen kann, setzt er sich im energischen Sprint gegen drei Gegenspieler durch. Er wird zwar noch etwas abgedrängt, bringt den Ball aber dennoch genau auf Julian Hoyer, der vom kurzen Fünfmeterraum-Eck nur noch die Innenseite hinhalten muss und den Ball geschickt und im Stile eines Mittelstürmers ins lange Eck schiebt. 30. Minute, 1:1. Großer Jubel jetzt auf der Seite der Unseren.

Im Mittelfeld gewinnen wir jetzt auf einmal die Zweikämpfe und bejubeln einen erkämpften Einwurf wie ein Tor. Ja, so muss es sein. So verschaffen wir unsere Respekt, so motivieren wir uns gegenseitig. Das hatte bis dato total gefehlt. Jetzt, so um die 30. Minute, sind wir voll im Spiel, haben von dem sogar ein klein wenig mehr.

Endlich ist auch Körpersprache da. Wie auch jetzt wieder an der Eckfahne, als wir den Zweikampf gewinnen, allerdings nur auf Kosten eines Eckballs klären können.

Der Ausgleich hat das ganze Spiel etwas verändert. Wir sind jetzt präsent. Arnstadt in dieser Phase ohne Mittel, versucht es mit einem überhasteten Distanzschuss, der aber so weit daneben geht, dass es fast Einwurf gibt. Nur eine Minute später versucht sich unser Gast abermals mit einem Fernschuss. Der satte Abschluss ist aber sichere Beutel von Torwart Jonas Tämmler.

Auf der anderen Seite muss sich der Gäste-Keeper lang machen, um eine Flanke vor dem einschussbereiten Eichberger zu entschärfen. Das Spiel ist jetzt rassig und packend. Noch drei Minuten bis zur Pause.

Dann zieht bei und noch einmal ganz kurz der Schlendrian ein und Tämmler muss Kopf und Kragen riskieren, um den Ball auf Strafraumhöhe nach einem kurzen Sprint vor dem anlaufenden Arnstädter Stürmer aus der Gefahrenzone zu bugsieren.

Aber nach der verschlafenen Anfangsviertelstunde haben wir uns Mitte der ersten Halbzeit gefangen und sind jetzt mit dem Favoriten aus Arnstadt auf Augenhöhe.

Teilweise suchen wir jetzt sogar die Zweikämpfe, finden Sie und gewinnen Sie auch. So könnte es in der zweiten Halbzeit weitergehen. Jetzt ist vor knapp 130 Zuschauern aber erst einmal Pause und kurz durchatmen angesagt.

Der erste Abschluss im zweiten Durchgang kommt von Julian Hoyer. Aber etwas zu zentral ist er kein Problem für Keeper Julian Knoll.

Kaum sind 10 Minuten in der zweiten Halbzeit gespielt geht Arnstadt erneut in Führung. Wir lassen uns über unsere rechte defensive Seite austanzen. In der Mitte steht Johannes Ruschke völlig blank, kann sich die Ecke aussuchen und schiebt den Ball aus Nahdistanz ins äußerste obere Eck. 1:2.

Nach der zwischenzeitlichen guten Phase unserer Mannen ein erneuter Rückschlag. Können wir uns davon erholen? Zwei Ecken dann für Arnstadt und ein zarter Abschluss, der aber durch unsere vielbeinige Abwehr entschärft werden kann.

Dann beginnt es zu regnen. Nach anfänglichem Niesel verdichten sich die Wolken und es schüttet wie aus Eimern. Vieles ist aus diesem Grund Stückwerk.

Der Arnstädter Keeper kann jetzt einen durch die Nässe nur schwer kontrollierbaren und springenden Ball gerade noch so vor Eichberger wegfangen.

Und wieder Eichberger. An der Strafraumgrenze lässt er zwei Verteidiger aussteigen, sein Schuss, der satt und scharf aufs Tor kommt, wird vom Keeper stark pariert. Der gute Hoyer kommt für den Nachschuss einen halben Schritt zu spät. Aber in dieser Phase sind wir wieder dran und haben Möglichkeiten.

Wir sind jetzt wieder etwas besser im Spiel. Auch Zuschauer empfinden, dass wir jetzt wieder etwas Oberwasser haben. Aber zu oft verstricken wir uns in falsche Entscheidungen und wollen uns in einem Spiel, wo es robust zur Sache geht, mit Hackentricks Vorteile verschaffen. Nein, das funktioniert heute nicht. Im Moment geht es hin und her. Jetzt muss Tämmler zweimal an der Strafraumgrenze mit dem Fuß in allerhöchster Not klären.

Dann schlafen wir wieder und lassen Arnstadt über rechts frei in den Strafraum eindringen. Der Ball wird an den langen Pfosten gehoben, wo abermals – wie schon beim ersten Tor – jetzt Hans Oeftger völlig freisteht und trifft.

Verteidigung? Fehlanzeige! Wenn man es dem Gegner so einfach macht, hält man die Klasse nicht. Das ist Zugucken. Das ist zu wenig. Knapp 20 Minuten vor Ultimo das 1:3. Die Entscheidung? Dann muss der gerade einmal 15 Minuten vorher eingewechselte Mouctar Diallo schon wieder rausgenommen werden, nachdem er ohne gegnerische Einwirkung mit Nasenbluten liegen blieb. Symptomatisch auch ein Freistoß der Scheubengrobsdorfer aus ungefähr 25 Metern halbrechts, der sein Ziel um mehrere Meter verfehlt.

Dann wird Eichberger kurz vor der Strafraum rabiat von den Beinen geholt. Es knallt, es klatscht. Auch der Gegenspieler fällt. Eichberger bekommt Gelb und Arnstadt Freistoß. Das soll jetzt verstehen wer will. Wir nicht. Die Situation hat der sonst gute und souveräne Schiedsrichter Horst Bachmann völlig falsch eingeschätzt und uns damit doppelten Nachteil beschert.

90 Minuten sind rum. Der Referee gibt fünf Minuten on top. Wir sind dann auch noch zwei- dreimal gefährlich im Strafraum. Jetzt, nach einer Ecke, die etwas zu kurz verteidigt wurde, ein satter Distanzschuss von Konrad Szydlo, der Keeper Knoll zu einer Glanzparade zwingt. Der starke Rückhalt unserer Gäste kratzt den Ball aus dem Angel.

Die folgende Ecke bringt nichts ein und nach genau fünf Minuten Nachspielzeit pfeift Schiedsrichter Bachmann die Begegnung ab. Letztendlich, auch wenn unsere Jungs zwischenzeitlich immer mal wieder eine Phase hatten, in der sie dran waren, eine verdiente Heimniederlage.

Das war heute zu wenig, um zu Punkten. Das war zu wenig im Abstiegskampf. Das war zu wenig, um die Klasse zu halten. Bis auf drei oder vier Ausnahmen hat der Großteil der Spieler heute sein eigentliches Leistungsvermögen nicht annähernd erreicht. Ist das eine Frage der Einstellung?

Wir wollen niemandem zu nahe treten, aber der ein oder andere Spieler sollte seine Leistung überdenken und sich fragen, ob er in der jetzigen Phase wirklich alles für Mannschaft und Verein gibt. Weil auch andere Mannschaften abermals Federn gelassen haben, sind wir noch im Rennen, aber spätestens seit der gestrigen Heimniederlage sind der (schönen) Worte genug gewechselt.

Abstiegskampf? An die Grenzen gehen? Oder an seine Grenzen kommen? Wie sagt ein treuer Fan doch gestern: Ein Repertoire aus 1000 mal jonglieren und Hackentricks allein reicht in dieser Liga nicht.

Schon sofort nach dem Aufstieg und mit dem Beginn der Saison haben wir es offen und ehrlich analysiert und kommuniziert: Wir alle sind gemeinsam hochgegangen und wir werden, wenn es denn am Ende wirklich so kommen sollte, auch alle gemeinsam und erhobenen Hauptes wieder runtergehen. Das darf aber kein Alibi sein!

Ohne Worte …

#ausgerafürgera

#westvororte

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