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Westvororte kann nicht nachlegen

Bittere Bohne um null900

An solchen Tagen wir heute hassen wir den Wecker, dessen grausames Geschrei uns früh um 06:00 Uhr aus dem Schlaf holt. Los, raus! Der Spielbericht wartet. Und so nach und nach, während es draußen so langsam hell wird, wird uns bewusst, dass die Niederlage gegen Borsch kein schlechter Traum war, sondern bittere Realität ist.

Da hilft auch kein duftender Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee. Da müssen wir jetzt einfach durch. Da müssen wir trotzdem unseren Job machen und sich mancher vielleicht auch das ein oder andere unangenehme Wort der Kritik gefallen lassen. Denn gerade in der Niederlage müssen und wollen wir Stärke zeigen.

Apropos Niederlage. Eigentlich fing es ja recht vielversprechend an. Die erste wirklich gefährliche Aktion nach sieben Minuten. Westvororte über links schnell mit Wolff, Eichberger und Klotz, der am langen Pfosten aus Nahdistanz den Ball nur die Linie schieben muss und das auch unaufgeregt macht.

Der Linienrichter hat allerdings etwas gegen, hebt die Fahne und annulliert somit den Treffer wegen Abseits. Schade, dass es keine Zeitlupe gibt. Das hätten wir uns gern noch einmal etwas genauer angesehen. Sei‘s drum.

Warum wir nicht dranbleiben und nicht nachlegen, bleibt ein Geheimnis. Denn in der Folge vieles Stückwerk. Auf beiden Seiten. Abtasten. Keine weitern großen Möglichkeiten außer dem Nicht-Tor von Markus Klotz. Die Abwehrreihen auf beiden Seiten stehen aktuell sehr sicher. Kein Durchkommen. Am Strafraum ist Schluss.

Hüben wie drüben jetzt kurz nacheinander je ein Freistoß, der aber nichts einbringt. Gut 15 Minuten sind jetzt rum. Gefühlt die meisten Ballkontakte haben die beiden Torhüter, da sie immer wieder angespielt werden, wenn eine der beiden Angriffsreihen den ballführenden Verteidiger hoch anläuft oder einer der langen Bälle zu weit fliegt.

Dann wird unser Gast das erste Mal richtig gefährlich. Westvororte, Ballverlust. Borsch, Konter. Und es geht wirklich ganz schnell. Lenny Schumann kann im letzten Moment kurz vor der Strafraumecke den Ball sensationell wegtackeln. Dann zwei Freistöße für Borsch, der eine geht weit daneben der andere ist sichere Beute von Jonas Tämmler.

Dann haben wir die ganz große Möglichkeit. Wolff passt von der Grundlinie aus zurück nach innen. Winefeld lässt den Ball geschickt passieren und Eichberger knallt das Ding voll drauf. Allerdings ist ein Kopf dazwischen, der für den bereits geschlagenen Torwart rettet und zur Ecke klärt. Da haben wir jetzt alles richtig gemacht, sind aber leider nicht mit Fortuna im Bunde.

Die Ecke bringt nichts ein, aber jetzt so um die 20. / 25. Minute ist eine Phase, in der wir Druck ausüben und ein kleines Powerplay aufziehen. Mit einem weiten Befreiungsschlag der Gäste wird unsere kurze Überlegenheit unterbunden.

Das Spiel wird intensiver, das Tempo höher. Nach einem weiten Pass muss Tämmler eingreifen, steigt aber am höchsten und fängt die Kugel sicher runter. Gefühlt haben wir so die letzten 20 Minuten vor der Pause mehr vom Spiel, auch wenn wir daraus zu wenig machen und leider keine weiteren gefährlichen Aktionen zu verzeichnen haben.

Borsch, jetzt, so fünf Minuten vor der Pause, vermehrt mit langen und weiten Bällen. Wir versuchen es weiter mit schnellem Flachenpassspiel. So unterschiedlich kann die Auslegung und Umsetzung einer Spielanlage sein.

Und schon wieder eine große Möglichkeit. Winefeld setzt Wolff in Szene. Der kommt im Strafraum an den Ball, schließt ab, verzieht aber knapp, so dass der Ball am langen Pfosten ins Toraus geht. Und schon wieder unsere beiden jungen Wilden. Ecke Winefeld, Kopfball Wolff. Aber auch der geht ganz knapp daneben.

Die beiden fühlen sich wohl im Doppelpass. Abermals Wienfeld auf Wolff. Der wird jetzt gelegt. Freistoß knapp außerhalb des linken Strafraumecks. Das Ding kommt gefährlich nach innen, aber ein Verteidiger ist mit der Fußspitze vor dem einschussbereiten Christopher Lätz am Ball und klärt zur Ecke.

Die kommt gefährlich nach innen, kann aber verteidigt werden. Und schon wieder eine Flanke. Zschille kommt zum Kopfball, aber kein Problem für den sicheren Borscher Keeper Adrian Buberl.

Der lässt sich jetzt viel Zeit und will das Unentschieden in die Pause bringen. Derweil geht es im Mittelfeld weiterhin heftig zur Sache. Jetzt sind wir mehrfach diesen einen Schritt eher am Ball. Noch aber können wir daraus kein Kapital schlagen.

Auch jetzt nicht, als sich Eichberger über rechts außen gegen drei Gegenspieler überragend durchsetzt. Der Pass von Sascha Winefeld danach ist aber zu ungenau und kommt beim freistehenden Rehnelt nicht an. Vor fast 130 Zuschauern geht es bei guten äußeren Bedingungen und auf einem gepflegten Rasenplatz in die Pause.

Schrecksekunde gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit, als der Ball im Netz der TSV-Kasten zappelt, aber die Fahne schon lange vorher oben war. Dann eine wirklich schöne Aktion der Gäste. Der weit getretene Freistoß wird von der Strafraumgrenze zurück in die Mitte geköpft. Dort zieht Fabian Goeb volley ab. Aber der Schuss von der Strafraumgrenze geht deutlich daneben.

Es bleibt intensiv. Es geht in den Zweikämpfen zur Sache. Es ist körperlich. Aber es ist nie unfair. Schiedsrichter Markus Drobe hat alles in allem das Spiel gut im Griff, bleibt seiner Linie treu und hat bei den kniffligen Entscheidungen in der Regel ein glückliches Händchen. Insgesamt kommt er ob des körperlichen Spieles mit nur drei Gelben Karten aus.

Dann wird es so richtig gefährlich. Ein satter Abschluss von Tim Richter wird abgefälscht und landet auf der Oberkante der Latte das Borscher Kastens. Ecke. So nach und nach könnte so ein Ding jetzt aber auch mal reingehen. Was große Chancen betrifft, liegen wir klar vorn. Und wieder kommen wir gefährlich vors Tor. Nach einer Ecke und Kopfball klatscht das Leder an den Querbalken. Pech.

Auf der anderen Seite fängt Tämmler eine ungefährliche Gäste-Ecke sicher runter. Nach vorn haben wir trotz der guten Möglichkeiten aber noch Reserven. Die Ansätze im Umkehrspiel sind gut. Zum dritten Mal hintereinander treffen wir jetzt innerhalb von nur wenigen Minuten bei einem schnellen Überzahl-Gegenstoß aber die falsche Entscheidung beim letzten Pass und übersehen den besser postierten Mitspieler.

Plötzlich laufen wir in einen Konter, den Daniel Zschille nur mit einem Foul kurz vor der Strafraumgrenze unterbinden kann. Eine ganz gefährliche Position, so 18 Meter vor unserer Kasten. Aber wir haben ja den Tämmler. Der fängt das Ding sicher.

Es wird hektischer. Es wird unruhig. Viel Geschreie jetzt auf dem Platz. Drinnen wie draußen. Auf beiden Seiten. Allem voran der „Schreihals“ auf der Borscher Bank, wie der Gästetrainer von seinen eigenen Wechselspielern betitelt wurde.

Jetzt Foul an Wolff. Wieder Freistoß für uns. Aber fast an der Mittellinie. Der kommt jedoch trotzdem richtig gefährlich in den Strafraum. Kevin Kamprath ist noch mit dem Scheitel dran, aber der Ball streicht um Milimeter am langen Pfosten Millimeter vorbei und ins Aus. Schade. Jetzt, so um die 65. Minute müssten wir wirklich so langsam in Führung liegen. Aber Fußball ist kein Wunschkonzert.

Jetzt geht es hin und her. Nur eine Minute später Ecke für die Westthüringer. Aber die bringt glücklicherweise auch nichts ein. Dann aber die Riesen-Chance für unsere Gäste. Ein Kopfball, der ist Rückpass gedacht ist, kommt in der 73. Minute zu kurz. Tämmler muss Kopf und Kragen riskieren und kann im ersten Versuch noch klären und den Schuss parieren. Der zweite Versuch geht dann glücklicherweise deutlich daneben.

Noch gut zehn bis zwölf Minuten. Das Spiel ist insgesamt sehr körperlich. Auch im Mittelfeld wird um jeden Ball gekämpft. Kein Zweikampf wird weggelassen. Neun Minuten vor Ultimo ist es dann aber doch passiert. Die alte Fußball-Weisheit: „Wenn du die Dinger vor nicht machst, bekommst du sie hinten rein.“ hat sich wieder einmal bewahrheitet. Tämmler muss den Ball außerhalb des Strafraums in allergrößter Not wegköpfen. Marius Bittorf reagiert danach am Schnellsten, schließt sofort ab und lässt unserer Nummer #1 keine Chance. Tor. Das Spiel ist auf den Kopf gestellt. Unser Gast führt im LVM Sportpark. 0:1.

Wir versuchen alles. Wir werfen alles nach vorne. Kruschke rein. Lätz nach vorn. Auch wir jetzt hoch und weit. Aber wir können uns nicht entscheidend durchsetzen. Immer wieder ist ein Fuß der gegnerischen Abwehr dazwischen. Immer wieder wollen wir es vor einem Abschluss mit einem zusätzlichen Haken besser machen, verlieren dann aber den Ball.

Mittlerweile sind nur noch zwei Minuten auf der Uhr. Powerplay. Schiedsrichter Drobe hebt die Hand und zeigt fünf Minuten Nachspielzeit an. Los, Jungs!

Nach einem Zweikampf an der Mittellinie bleibt nun ein Gästespieler liegen. Er wird behandelt. Von unserer Position aus können wir nicht genau sehen, was passiert ist. Zumindest scheint die Aktion unglücklich gewesen zu sein, denn der Spieler wird ausgewechselt. Von uns an dieser Stelle gute Besserung.

Ansonsten hat das natürlich für unseren Gast viel Zeit gebracht. Wir müssen aufmachen. Wir machen auf. Zum wiederholten Mal stehen alle Scheubengrobsdorfer in und am gegnerischen Strafraum. Zweimal ist es nun Torhüter Tämmler, der den Freistoß von der Mittellinie aus gefühlvoll in den Strafraum hebt.

Zweimal kommen wir noch mit dem Kopf an den Ball. Aber zweimal bleibt auch der sichere Keeper Buberl Sieger. Dann ein Konter. Wir können den Ball zwar erst einmal zurückgewinnen, leisten uns dann aber einen katastrophalen Fehler im überhasteten Spielaufbau, so dass Aaron Uebelacker alleine aufs Tor zulaufen kann und somit keinerlei Probleme hat auf 0:2 zu stellen. 90. +2. Das war’s.

Damit wurde der TSV nach dem sensationellen Auswärtssieg in Bad Frankenhausen schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Vielleicht noch rechtzeitig genug, damit auch der Letzte merkt, dass wir jedes Wochenende mindestens (!) 100 % auf den Platz bringen müssen.

Auch alle die, die im Laufe der Woche schon mit drei Punkten gerechnet hatten, wurden eines Besseren belehrt und haben spätestens heute gelernt, dass es nur Punkte gibt, wenn man gewonnen hat und nicht, wenn man vielleicht gewinnen könnte. Da ist Reden manchmal wirklich nur Silber.

Wir können eine entscheidende Frage natürlich nur schwerlich beantworten, schätzen aber ein, dass keiner unserer Spiele heute sein eigentliches Leistungsniveau wirklich zu 100 % erreicht hat, was allerdings unerlässlich ist, um in Thüringens höchster Liga zu punkten.

Wir haben heute nie so richtig zu uns gefunden. Haben wieder viele Fehler gemacht. Heute ist allem auch im letzten Drittel nach vorn. Und genau da hat uns die entscheidende Durchschlagskraft gefehlt. Sehr oft haben wir bei eigenen schnellen Gegenstößen und Überzahlangriffen die falsche Entscheidung getroffen und den besser postierten Mitspieler übersehen.

Sicherlich wäre ein Sieg für uns auch nicht unbedingt verdient gewesen, aber Borsch darf sich schon eher als glücklichen Sieger schätzen. Mund abwischen. Wunden lecken, weiter arbeiten und nach vorne schauen.

Kopf hoch, Jungs. Ihr könnt es besser. Macht es besser. Kommenden Samstag in Geratal und am Gründonnerstag um 18:30 Uhr zum Flutlichtspiel gegen Neustadt habt ihr schon die nächsten Chancen es wieder besser zu machen.

Wenn wir dann abermals solche Leistungen abrufen wie geht in Bad Langensalza, Bad Frankenhausen oder Schott Jena werden wir sicherlich punkten. Spielen wir wieder so wie gegen Borsch, wohl eher nicht.

Ohne Worte …

#ausgerafürgera

#westvororte

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