Überraschender Auswärtssieg
Und dann gleich ein 4:0
Wahnsinn. Wer hätte gedacht, dass unsere Mannschaft am Samstag beim Fünftplatzierten in Bad Frankenhausen überhaupt etwas holen kann. OK, nach den ansprechenden Auftritten in Bad Langensalza und gegen den Tabellenführer vom Schott SV war zumindest die Hoffnung auf einen Punkt da.
Was die Mannen von Daniel Gehrt dann im knapp 150 Kilometer entfernten Bad Frankenhausen auf dem Kunstrasen im Kyffhäuser geleistet haben, war beeindruckend. Reisestrapazen? Fehlanzeige. Gleich zu Beginn waren Wolff und Eichberger einer ganz frühen Führung nahe. Dreimal aber war beim Abschluss ein Fuß oder ein Bein der Frankenhausen-Defensive im Weg.
Der erste Eindruck machte Mut. Auch wenn in der Folge der Gastgeber besser ins Spiel kam. Jerome Riedel versucht es aus der Distanz, aber verfehlt, steht dann in aussichtsreicher Position im Abseits. Wenig später muss sich auch Cedric Thrum ein erstes Male lang machen.
Kurz darauf unsere Nummer #1 mit einem kleinen Bock, als er beim Aufbauspiel einen Gegner mitnimmt. Aber die defensiven Verbündeten unseres Keepers entschärfen diese zufällige Möglichkeit der Hausherren. Wir stehen insgesamt gut. Und nach vorn sieht das auch recht gefällig aus.
Und wir sind heute effektiv. Schöner Spielzug jetzt über Sascha Winefeld. Der bedient Tom Eichberger, der nach 17 Minuten aus gut 10 Metern zur frühen Führung für Westvororte trifft. 1:0 für Westvororte. In Bad Frankenhausen.
In der Folge probieren es die Gastgeber immer wieder mit langen Bällen. Thrum jetzt ganz sicher. Auch beim Kopfball von Martin Skaba. Dann ein schneller Gegenzug der Unseren, aber auch Christopher Sünkel im Tor der Kyffhäuser ist ebenfalls aufmerksam und sichert den Ball vor dem heranstürmenden Wolff. Es geht hin und her. Ein packendes Spiel. Auf der anderen Seite verfehlt ein Hausherren-Freistoß sein Ziel recht deutlich.
Entschieden knapper ist es, als Winefeld wieder einmal sein Können aufblitzen lässt. Er spielt zwei Gegner aus, scheitert aber aus sieben Metern an Keeper Sünkel. Dann die große Chance zum Ausgleich. Der auffällige Jerome Riedel umkurvt Keeper Thrum und schließt ab. Das lange Bein von Daniel Zschille kann den Einschlag aber gerade noch so verhindern.
Weitere große Chancen können wir mit gutem Stellungsspiel unterbinden. Bad Frankenhausen läuft jetzt, in der 40 Minute, zum gefühlt siebenten Male ins Abseits. Dann Markus Klotz. Da hatten die mitgereisten Weiß-Blauen Fans den Torschrei schon auf den Lippen, aber der Winkel war etwas zu spitz, so dass Keeper Sünkel Sieger bleibt.
Dann versucht sich er agile Eichberger aus 18 Metern. Sein Schuß wird zur Ecke abgefälscht. Die spielen wir schlecht aus und geraten in einen Konter, den Winefeld auf Kosten einer Gelben Karte jedoch clever unterbindet. Halbzeit. Wir führen. Durchatmen. Hoffen. Bangen. Geht hier vielleicht wirklich was?
Vor gut 160 Zuschauern pfeift der aufmerksame und insgesamt souveräne Schiri Konrad Götze den zweiten Durchgang an. Und gleich wieder Markus Klotz. Abermals ist der Winkel zu spitz, so dass die Bad Frankenhausener Defensive zur Ecke klären kann.
So kurz nach der Pause jetzt für uns drei Ecken in Folge. Aber kein Tor. Dann fasst sich Rehnelt ein Herz. Sein satter Schuß aus gut 20 Metern kommt aber etwas zu zentral, so dass er für den Gastgeber-Keeper leichte Beute ist.
Jetzt Gelb für die Hausherren nach Foul an Winefeld. Dann aber wieder der beste Spieler der Hausherren, Jerome Riedel. Pass. Ballannahme. Drehschuss. Aber Thrum klärt sensationell. Tolle Aktion von beiden. Dann Sebastian Lobodasch. Aber weit drüber. Prinzipiell halten wir den Gegner auf Abstand. Einzig den Riedel, den bekommen wir nicht so richtig in den Griff.
Apropos in den Griff bekommen. Auch den Winefeld können die Gastgeber kaum stoppen. Jetzt passt unser #8 überlegt auf den schnellem Wolff, der aber am aufmerksamen Keeper scheitert. Den Abpraller aber staubt Markus Klotz ab und trifft. 2:0.
Wahnsinn. Westvororte führt. Beim Favoriten in Bad Frankehausen. Mit 2:0. Dem Jubel unserer Fans setzen die Heimzuschauer jetzt „Absteiger“-Rufe entgegen, die wir ignorieren. Wir konzentrieren uns nur auf uns.
Und weiter Westvororte. Man will die Führung nicht nur verteidigen, sondern sucht sein Wohl in der Offensive. Aber aufpassen Jungs, hinten nicht zu offen sein. Nicht zu hoch stehen. Noch ist eine ganze Weile zu spielen. Fast 30 Minuten. Da kann noch viel passieren. Gastgeber-Trainer Alexander Ludwig wechselt nun gleich zweimal.
Die nächste Möglichkeit aber erst einmal wieder für die Unseren. Nach einer Ecke trifft Rehnelt nur das Außennetz. Dann versucht sich Lenny Schumann aus der Distanz, aber der Ball landet diesmal im Nirvana.
Kurz drauf darf Bad Frankenhausen wieder. Chris Schlätzer kann sich über links durchsetzen, aber auch er hat nicht das richtige Zielwasser getrunken. Sein Schuss geht knapp am Thrum-Kasten vorbei.
Jetzt wechseln auch wir. Seidel für Winefeld. Der hat sein Soll getan. Mehr noch. Der ist viel gelaufen. Der ist kaputt. Der hat unsere beiden Treffer vorbereitet. Mit Standing Ovation und dem Titel „Man oft the Match“ darf der bisher beste Spieler auf dem Platz diesen etwa 15 Minuten vor Ultimo verlassen.
Auch Bad Frankenhausen wechselt. Gleich zweimal. Die Uhr läuft. Für uns. Jetzt nicht leichtsinnig werden, Jungs. Konzentriert bleiben. Der Gastgeber kurz am Drücker. Jetzt muss Zschille in allergrößter Not klären. Er köpft den Ball aber resolut aus der Gefahrenzone.
Und nur wenige Minuten später steht unser fast zwei Jahre lang verletzter IV, der sich innerhalb von nur drei Spielen heute wieder zum Turm in der Schlacht entwickelt hat, abermals im Mittelpunkt, als er acht Minuten vor Ende der Begegnung brutal abgeräumt wird.
Rot für Bad Frankenhausen. Rot für Justin Helbing. Westvororte mit 2:0 vorn und in Überzahl. Die Hoffnung auf Punkte wird größer.
Hinten stehen wir gut. Nach vorn setzen wir immer wieder Nadelstiche, so dass der Gastgeber noch immer nicht komplett aufmachen kann. Als die Heimzuschauer ihre Mannschaft entschiedener nach vorn treiben und auf eine Schlussoffensive hoffen, ist es Rehnelt, der alle Kyffhäuser-Träume zunichte macht.
Nachdem Tom Eichberger noch am Keeper scheiterte, war es unsere Nummer #27, Philipp Rehnelt, der richtig steht, am Schnellsten reagiert und eiskalt abstaubt. 3:0. Das wars, oder? Kann das Ludwig-Team jetzt noch einmal zurückkommen?
Nur noch gut fünf Minuten auf der Uhr. Die Körpersprache der Heimelf zeigt erste Zeichen der Resignation. So kommen die nicht zurück. Zumal wir heute auch weiterhin wachsam und äußerst aufmerksam sind. Jetzt nimmt unser Trainer Daniel Gehrt bei vier weiteren Auswechslungen wichtige Zeit von der Uhr.
Konrad Szydlo, Ben Leonhardt, Kevin Kamprath und Leonardo Castro da Silva kommen und dürfen gemeinsam mit den anderen ganz in Blau gekleideten Scheubengrobsdorfern den Sieg nicht nur nach Hause tragen, sondern geben noch einmal so richtig Gas.
Fast das 4:0. Kilian Seidel ist durch, aber scheitert am heute überaus starken Sünkel, der mehrfach eine höhere Niederlage des Favoriten verhindert. In der 90. + 5. Minute war er dann allerdings machtlos, denn die Gier unserer Jungs – besonders die unserer Einwechsler – nach noch einem Tor ist größer als der Wille der Gastgeber den Anschluss- bzw. Ehrentreffer zu erzielen.
Unsere „Neuen“ zeigen wie`s geht. Sie verwalten die Führung nicht nur, sondern sind aktiv am nächsten Jubel beteiligt. Wir verlagern das Spiel geschickt. Leonhardt auf Szydlo. Der ist nicht zu halten und wird im Strafraum von den Beinen geholt. Dem guten Schiri Götze bleibt nichts anders übrig als richtigerweise auf den Punkt zu zeigen.
Daniel Zschille, heute neben Sascha Winefeld einer der auffälligsten Westvororte-Kicker, schnappt sich den Ball. Er schiebt ihn mit links platziert ins rechte äußere untere Eck, lässt dem guten Sünkel keine Chance und belohnt sich selbst für ein richtig gutes Spiel. Endlich. Zschille is back!
Letztendlich stand ein überraschendes aber nicht unverdientes 0:4 auf der Anzeigentafel des derzeit Fünftplatzierten aus Bad Frankenhausen. Unsere Jungs jubelten nach dem Schlusspfiff noch lange mit den mitgereisten Fans, die Ihre Spieler mit dem allseits bekannten Schlachtruf „Ohne Worte – Westvororte“ hochleben ließen.
Nun gilt die Konzentration aber schon wieder den nächsten Aufgaben, die keinesfalls leichter werden. Schon am kommenden Samstag heißt es zu Hause im LVM Sportpark gegen den SV Borsch abermals eine geschlossene Mannschaftsleitung zu zeigen.
Ohne Worte …
#ausgerafürgera
#westvororte … wo Freunde nicht nur zusammen FußbALL spielen






