Eiskalte Eichsfelder
Westvororte hält lange gut mit
Am vergangenen Samstag beim Spiel des nunmehr Tabellenzweiten gegen unsere junge Mannschaft war kaum ein Qualitätsunterschied zu sehen. Ganz im Gegenteil, die ersten Hochkaräter besaßen die Mannen von Trainer Daniel Gehrt. Jannik Wolff und Mouctar Diallo hatten beide in den Anfangsminuten große Möglichkeiten zum Führungstreffer.
Wäre man genau so effektiv gewesen wie später die Hausherren, hätte es nach fünf Minuten gut und gern 2:0 für unsere Jungs stehen können. Ohne eine Vielzahl berufs-, oder krankheits- und verletzungsbedingt fehlender Spieler reiste man mit gerade einmal 13 Kickern ins 200 Kilometer entfernte Eichsfeld zum Nebel-Nachholer.
Danke an dieser Stelle an die Firma Steffen Tobermann, die es nach der Neuansetzung des Spieles so kurzfristig ermöglichte, uns ungeplant zwei Kleinbusse zur Verfügung zu stellen.
Der Schrumpfkader des TSV, der am Samstag früh um 08:45 Uhr die Reise antrat, war hochmotiviert und bot dem favorisierten Gastgeber vor gut 150 Zuschauern von der ersten bis zur letzten Minute Paroli. Gegen die Kaltschnäuzigkeit der Eichsfelder und deren Effektivität war allerdings kein Kraut gewachsen. So gingen die Mannen von Trainer Dennis Erkner mit der ersten guten Möglichkeit, einem Freistoß von halblinks, nach sieben Minuten per Kopfball durch Philipp Jakobi in Führung. 1:0.
Alles läuft so, wie es auch die Tabelle angedeutet hatte und auch die Heimzuschauer untereinander zufrieden kommunizierten. Der Favorit diktiert jetzt nach schnellem Führungstreffer die Begegnung. Aber denkste! Das Team um Neukapitän Philipp Rehnelt war keinesfalls geschockt. Sofort wieder nach vorn orientiert, scheitert kurz nach dem Führungstreffer Mouctar Diallo am überragend reagierenden Wohlfeld im Eichsfelder Tor.
Das war nach gut zehn Minuten bereits das dritte große Ding für die Scheubengrobsdorfer. Dann geht es auf der anderen Seite ganz schnell. Für unsere neu formierte Defensive in diesem Moment zu schnell. Hacke-Spitze-1-2-3 und Abschluss. Aber Keeper Clemens Burgold war auf dem Posten und entschärft diesen Hochkaräter der Gastgeber. Das Spiel von Beginn an mit hohem Tempo. Es entwickelt sich auf dem Kunstrasenplatz ein offener Schlagabtausch. Jetzt kommt Konrad Szydlo nach schöner Vorarbeit von Winefeld und Rehnelt zum Abschluss, der aber zur Ecke geklärt werden kann. Wir machen das bisher sehr gut. Wir spielen auf Augenhöhe mit und verzeichnen weiterhin richtig gute Möglichkeiten, nach denen es 3:1 für uns steht.
Dann wird es hektisch. Es knallt. Wolff wird geschickt und sprintet los. Wohlfeld ihm entgegen. Der Eichsfelder Keeper köpft den Ball etwa 20 Meter vor seinem Kasten im Flug knapp über der Grasnarbe ins Aus. Wolff kann nicht mehr stoppen und knallt unglücklich mit Norman Wohlfeld zusammen. Das Spiel wird kurz unterbrochen, da beide behandelt werden müssen. Glücklicherweise geht es für die zwei Protagonisten weiter, auch wenn der Eichsfelder Tormann seine stark blutende Platzwunde am Auge mit einem Turban schützen muss. Der Kerl scheint hart im Nehmen. Auf diesem Wege gehen die besten Genesungswünsche nach Geismar. Alles Gute, Wohle!
Dann Glück für die Unseren. Nach einem schnellen Gegenstoß geht der Abschluss am Außennetzt unseres Kurzen Pfostens ins Aus. Wir müssen aufpassen. Die beiden Eichsfelder Außen Elias Wallbraun und Eric Seise werden immer wieder, oft mit millimetergenauen Diagonalpässen, geschickt in Szene gesetzt und bescheren unseren Außenverteidigern Kopfschmerzen. Nicht immer sind die beiden schnellen FC-Stürmer zu halten.
Dann aber wieder unsere Jungs. Auch mit Kopfschutz steht der Gastgeber-Keeper weiterhin vermehrt im Mittelpunkt. Wir pressen hoch und gehen mit enormen läuferischem Aufwand vorn drauf. Und wir werden nach gut einer halben Stunde belohnt. Eichsfeld versucht hinten rauszuspielen, wir aber gehen dazwischen und gewinnen das Leder. Sascha Winefeld lässt seinem gegenüber Wohlfeld in dieser eins-zu-eins-Situation keine Chance und trifft zu verdienten Ausgleich.
Nur eine Minute später hätten unsere Jungs gar in Führung gehen können, aber der Lupfer von Philipp Rehnelt über der herausstürmenden Wohlfeld landet um Zentimeter zu weit hinter dem Tor. Geht es nach Großchancen, müsste der TSV klar und deutlich führen. Leider lassen wir – wie schon so oft in dieser Saison – die Effektivität vermissen.
Ganz anders die Gastgeber. Mit zwei schnellen Doppelpässen spielt man sich durch unsere Reihen und holt sich vier Minuten vor der Pause die Führung zurück. Der sonst bei Kevin Kamprath und Mathias Leopold gut aufgehobene Nils Pichinot, der über die gesamte Zeit kaum zur Entfaltung kam, bedient in der 31. Minute Robert Sachs, der das 2.1 markiert.
Und noch vor dem Pausenpfiff, in der 45.+2.Minute, markiert der starke Elias Wallbraun per Alleingang gar das 3:1, welches den Spielverlauf zur Pause ein wenig auf den Kopf stellt. Bitter. Westvororte aber weit davon entfernt sich aufzugeben. Auch als der starke Kilian Seidel im zweiten Durchgang verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste und Cedric Thrum ins Mittelfeld rückte, merkte man kaum einen Leistungsabfall.
Hintendrin war der Drittligaerfahrene Pichinot bei Leopold und Kamprath weiterhin in guten Händern. Nach vorn konnten wir trotz fortlaufender Spielzeit und kräftezehrendem Auftritt weiterhin Akzente setzen. So auch in der 72. Minute, als Jannik Wolff einen Schritt eher am Ball ist als der Gasteger-Keeper und den Ball zum Anschlusstreffer über die Linie schiebt.
Nachdem die Heimfans nach der zwei-Tore-Führung zur Pause ihre Mannschaft bereits als klaren Sieger sahen, machte es der Underdog nun doch noch einmal spannend. Gut zehn Minuten vor Ultimo musst dann einer unserer besten, Jannik Wolff, den Platz leider verletzt verlassen. Für ihn kam nach 1 ½ jähriger Verletzungspause erstmals wieder Daniel Zschille zu einem Kurzeinsatz. Welcome back, Daniel.
Nach vorn waren wir nun ohne unsere Nummer #13 nicht mehr ganz so gefährlich. Dennoch hatten wir noch zweimal die Möglichkeit zum Abschluss und zum Ausgleich, konnten aber sowohl daraus, als auch aus einer Unstimmigkeit und einem kapitalen Fehler in der Eichsfelder Hintermannschaft kein Kapital schlagen.
Als der beste Gastgeber-Spieler, Elias Wallbraun, in der 88. Minute das 4:2 markierte, war die Begegnung dann doch entschieden. Westvororte kam nicht mehr zurück, darf aber auf einen leidenschaftlichen Auftritt stolz sein, hat man das Spiel beim Oberliga-ambitionierten 1.FC Eichsfeld doch bis kurz vor Ultimo spannend gehalten und hatte über die gesamte Spielzeit hin sogar die größeren Chancen als der Favorit.
Auf Grund der Cleverness und der entschieden größeren Effektivität hat unser Gastgeber die Nachholbegegnung jedoch nicht unverdient gewonnen. Wir wünschen der Mannschaft von Trainer Dennis Erkner weiterhin alles Gute und sportlichen Erfolg im Kampf um die Krone in der Verbandsliga.
So, das wars für 2025. Das letzte Spiel dieses Kalenderjahres ist Geschichte. Unsere Mannschaft kann als Aufsteiger erhobenen Kopfes in die Winterpause gehen und einmal zur Ruhe kommen, ehe in knapp vier Wochen die Vorbereitung auf die Rückrunde mit der Teilnahme am traditionellen Geraer Bandenmasters beginnt.
Wir sagen für heute auch auf Wiedersehen und wünschen Euch allen eine schöne Woche. Anstelle des Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee lassen wir uns heute das Montag-Feierabend-Bier gut schmecken.
Ohne Worte …
#ausgerafürgera
#westvororte … wo Freunde nicht nur zusammen Fußball spielen

