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Guten Morgen, West✅ororte

Happy Birthday, Präsident

Auf diesem Wege gratulieren wir unserem Vereinsvorsitzenden Heiko Linke nachträglich recht herzlich zu seinem 60. Geburtstag und wünschen ihm auch in Zukunft alles erdenklich Gute und viel Schaffenskraft.

Beim allwöchentlichen Sonntag-Guten-Morgen-Kaffee wollen wir heute pünktlich um null800 den OTZ-Artikel von Jens Lohse vom vergangenen Montag noch einmal Revue passieren lassen und wünschen euch allen viel Spaß beim Lesen einen schönen Sonntag.

Unserem Vorsitzenden Heiko Linke wünschen wir viel Spaß mit seinem außergewöhnlichen Geschenk, alles erdenklich Gute, viel Gesundheit und Glück und unsere ersten Mannschaft in Leipzig heute viel Erfolg.

Ohne Worte …

#ausgerafürgera

#happybirthday

#westvororte … wo Freunde nicht nur zusammen Fußball spielen

„Als der Westvororte-Präsident im Wismut-Tor stand

Heiko Linke hat viel zu sehr erzählen. Die meisten seiner 60 Lebensjahre hat er dem Geraer Fußball gewidmet.

Gera. Es war der 14. Oktober 1984. Als sich Wismut-Torhüter Dirk Gottschalk im DDR-Liga-Auswärtsspiel bei der ASG Vorwärts Dessau schon in der Anfangsphase am Kopf verletzte, musste ein 19-Jähriger nach zwölf Minuten in den Kasten.

Heiko Linke rückte zwischen die Pfosten. Der gebürtige Geraer, der bei der BSG Traktor Langenberg mit dem Fußballspielen begonnen hatte, stand vor der bis dahin größten Bewährungsprobe seiner noch jungen Laufbahn. Nachdem er im Juniorenalter an einer DFV-Spartakiade und einer DDR-Meisterschaft teilgenommen hatte, schlug nun seine große Stunde.

„Auf einmal stand ich mit Spielern wie Gerhardt Hoppe, Thomas Töpfer oder Martin Trocha auf dem Platz, für die ich die Jahre zuvor die Bälle im Stadion der Freundschaft geholt und ihnen staunend zugesehen hatte“, erinnert sich Heiko Linke, dessen Erfahrung im Wismut-Gehäuse sich bis dahin auf einen Einsatz im Testspiel bei Aktivist Brieske-Senftenberg (2:1) beschränkte.

Kurios war schon die Geschichte, weshalb er überhaupt auf der Bank der Orange-Schwarzen saß. Im Sommer 1984 hatte der junge Torhüter sein Abitur gebaut und stand anschließend im Kader von Bezirksligist Wismut Gera II. Weil die DDR-Staatsführung Olympia 1984 in Los Angeles als Antwort auf die Nichtteilnahme vieler westlicher Länder vier Jahre zuvor in Moskau boykottierte, gingen die Spitzensportler des Landes mit ihren Angehörigen nach ihrer Wettkampfsaison auf Kreuzfahrt in Richtung Kuba.

Heike Drechslers damaliger Ehemann Andreas gehörte zum Aufgebtot von DDR-Ligist Wismut Gera und stand somit mehrere Wochen dem Team nicht zur Verfügung. Also rückte Heiko Linke auf und wurde in Dessau nach wenigen Minuten ins kalte Wasser geworfen. „Sportlich gab es leider kein Happy End. Wir haben 2:5 verloren. Ein Gegentor ging auf meine Kappe. Aber ich habe auch noch ein paar schwierige Bälle gehalten“, weiß der Torhüter noch, der am letzten Montag seinen 60. Geburtstag feierte.

Die TV-Bilder der Sonntagspartie – damals ein Fernsehspiel in „Sport aktuell“ – bekam er nie zu Gesicht. „Als das im DDR-Fernsehen lief, waren wir noch auf der Rückfahrt“, so der Schlussmann, der sich kurz darauf im Training eine erst 15 Monate später diagnostizierte Handgelenksfraktur zuzog und außerdem zum Armeedienst eingezogen wurde. Ein paar Begegnungen absolvierte er noch für die ASG Gera, ehe er operiert und seine junge Laufbahn unterbrochen wurde.

Knapp zehn Jahre später heuerte er beim TSV Gera-Westvororte an, zog danach weiter zum SV Elstertal Bad Köstritz, der bis in die Landesklasse aufstieg, bevor Heiko Linke die Torwart-Handschuhe endgültig an den Nagel hängte.

Mit dem Fußball konnte er aber nicht abschließen. 2006 hatte Andreas Gareis den studierten Diplom-Kaufmann am Telefon gefragt, ob er sich nicht vorstellen könnte, beim 1. FC Gera 03 als Torwarttrainer seiner C-Junioren zu fungieren. „Ich habe zugesagt. Damit war mein Fußball-Feuer wieder entfacht. Das lodert bis heute“, verrät Heiko Linke, der sich in der Folge nicht nur um die Torhüter des Vereins wie Clemens Bierbaum, Stefan Richter, Jens Roß und Norman Wohlfeld, sondern später auch um die B-Junioren kümmerte und die Geschäftsstelle betreute.

Bis zum Sommer 2010 blieb er ein 03er, wechselte nach dem Insolvenzverfahren Ende des gleichen Jahres zum TSV Gera-Westvororte. „Michael Pannach hat mich angerufen. Mit dem Doc hatte ich schon immer ein gutes Verhältnis. Er hat mich als Sportlichen Leiter in den Vorstand geholt“, erinnert sich Heiko Linke, der seine Kontakte nutzte, um den Verein aus Scheubengrobsdorf mit jungen Spielern zu versorgen.

Das Konzept ging auf. 2018 gab Heiko Linke die sportliche Leitung an Philipp Schlebe weiter, auch weil er als alleinerziehender Vater selbst eine Verschnaufpause brauchte. Doch die war nur von kurzer Dauer. Nach dem Wechsel im Präsidium kehrte Heiko Linke in den Vorstand zurück, agierte als Vizepräsident, zwischenzeitlich auch als Vorstand Sport, ehe er sich wieder auf die Öffentlichkeitsarbeit und die Sponsorengewinnung konzentrierte.

Als im September 2024 ein neuer Vereinspräsident gesucht wurde, ging der damals 59-Jährige den nächsten Schritt, holte sich aber mit Juliane Schnabel, Tim Richter oder Maximilian Kurth viele junge Kräfte mit ins Vorstandsboot. „Ich bin stolz auf die Entwicklung des Vereins. Hier ziehen alle an einem Strang – vom Platzwart bis zum Kneiper“, sagt er.

Zum zweiten Mal ist der TSV Gera-Westvororte im Sommer in die Fußball-Thüringenliga aufgestiegen. Das sportliche Abenteuer geht man gemeinsam an. Heiko Linke freut sich drauf, auch wenn die ehrenamtliche Arbeit dadurch keinesfalls weniger wird.“ (Text und Foto: Jens Lohse)

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