Das WIR gewinnt 💙 3. Spieltag: Westvororte/JFC – BSG Wismut Gera 3:0 (1:0)

Westvororte ringt Wismut nieder ✅

(28.08.2021) Unserem Trainer Philipp Schlebe ist am Freitagabend der große Coup gelungen. Mit taktischer Finesse und einem Team, welches diesen Namen wirklich verdient, konnte man den großen Favoriten besiegen und fĂŒr eine kleine Geraer Sensation sorgen. Die 543 Zuschauer sahen bei Dauerregen ein von Beginn an intensives Verbandsliga-Spiel, in dem beide Mannschaften jedoch etwas Zeit brauchten, um ihre Derby-NervositĂ€t abzulegen.

Westvororte schwimmt. Wismut mit dem besseren Start. Das Passspiel lĂ€uft. TorhĂŒter Clemens Bierbaum darf sich gleich kurz nach dem Anpfiff beweisen. Auf der anderen Seite hat Wismut GlĂŒck, dass Marcus Schneider noch nicht ernst macht. So langsam geht es aber mehr und mehr zur Sache. Das Wetter tut sein Übriges. Das Derby beginnt. Jetzt. So nach gut 15 Minuten. Es geht scharf! Chancen mittlerweile auf beiden Seiten. Der immer wieder sehr agile Franz Hoffmann, der seine Gegenspieler vermehrt in die Bredouille bringt, nutzt den nassen Rasen fĂŒr einen ersten Schuss, aber kein Problem fĂŒr Paul im Tor der GĂ€ste, der den Ball im Nachfassen sicher hat.

Jetzt GlĂŒck fĂŒr unsere Mannen, dass das Leder, an Freund und Feind vorbei, ohne BerĂŒhrung den Weg auf die andere Seite des Strafraumes findet. Im Gegenzug köpft Rico Heuschkel, auf den die Defensive unserer GĂ€ste besonderes Augenmerk legte und ihn kaum zur Entfaltung kommen ließ, nach Flanke von Martin Gerold, der seine Gegenspieler mehrfach fintenreich vor Probleme stellte, knapp daneben. Auch Andy Haupts Versuch auf der anderen Seite bleibt ein solcher. Noch kein Tor, aber den Zuschauern dĂŒrfte bis dato trotzdem nicht langweilig gewesen sein.

Westvororte arbeitet nun mehr. Will das Tor, will den Sieg. Will mehr. Und bekommt mehr. Nach Ecke Wismut – Westvororte gedankenschneller. Ein blitzartiger Konter ĂŒber den schnellen Dominik Klammt. Der zu Bosse Struz. Der mit ĂŒberlegtem Traumpass zurĂŒck auf unseren KapitĂ€n. Der lĂ€uft dem Gegenspieler davon, legt sich den Ball noch einmal vor und zieht nach seinem 40 Meter Sprint satt aus 16 Metern ab. Den Tunnel kann Paul nicht verhindern, 1:0 fĂŒr den Außenseiter nach gut 30 Minuten.

Noch vor der Pause beginnt Schiedsrichter Steffen LĂ€sker mit dem ZĂŒcken von Gelb. Wismut’s Schubert ist der Erste, den es erwischt. Neun sollten folgen. GleichmĂ€ĂŸig verteilt. Dass es zwischenzeitlich, vornehmlich zum Ende hin, nicht auf jeder Seite vielleicht sogar noch eine rote Karte gab, war dem FingerspitzengefĂŒhl des Schiedsrichters zu verdanken.

Auch aufgrund der WitterungsverhÀltnisse hatte er es nicht immer leicht, fand aber (s)eine Linie und bewahrt diese bis zum Schluss. Hat er in unseren Augen und unter den gegebenen UmstÀnden auf und neben dem Platz richtig gut gemacht. Klasse.

Pause.

Halbzeit in der Saarbach-Arena. SchmĂ€hgesĂ€nge der ganz in schwarz gekleideten Treuesten der Wismut begleiten den Trainer unserer GĂ€ste und deren PrĂ€sidenten in die Kabine. Derweil Applaus auf der anderen Seite fĂŒr unsere Spieler. Und der kommt nicht nur von den Weiß-Blauen Fans, sondern auch von neutral und in grĂŒn gekleideten Zuschauern aus Großenstein und den Eurotrink Kickers. Danke fĂŒr Euren super Support. Das ist Gera!

Schöne Worte: Ende! Zweite Halbzeit. Energiegeladen geht es weiter. Westvororte hoffnungsvoll. Körperlich. Springt heute vielleicht wirklich ein Punkt fĂŒr die Scheubengrobsdorfer heraus gegen das große Gera? Wismut bissig. ZweikĂ€mpfe. Das können lange und intensive 45 Minuten werden. Wir kommen etwas besser ins Spiel. Und Tim Richter gleich mit einer Hundertpronzentigen. Keeper Maximilian Paul bewahrt sein Team sensationell vor dem 2:0.

Aber nur kurz. Denn dann kommt Schneider. Der, der immer trifft, trifft. Er macht wieder „sein“ Tor. Schöner als Franz Hoffmann und Rico Heuschkel in dieser Szene vorbereitet haben, kann man einen Treffer kaum herausspielen. Chapeau! Riesen Jubel. Das Privatduell zwischen Tim Richter und dem Steg-Keeper geht kurz darauf in die zweite Runde. Jetzt darf Paul, der neben Keller so nach und nach zum besten Wismut-Spieler avancierte, Richters mit viel Effet ins Eck gezirkelten Ball aus dem Angel hechten und seine Farben und seinen Trainer weiter hoffen lassen.

Jetzt, Gelb fĂŒr Klammt. Egal. Bei den GĂ€sten kommt Zerenner. Warum der bisher auf der Bank saß? Nicht unser Problem. Kaum ist der drin, das 3:0 durch Tom Eichberger. Was ist denn hier los? Die Anzeigetafel muss selbst erst einmal tief durchatmen und nochmals nachfragen. Das macht auch der Schiri. Er berĂ€t sich mit seinem Assistenten. Gemeinsam nehmen sie unserer Anzeigentafel die Arbeit ab. Es bleibt bei der Zwei-Tore-FĂŒhrung. Torwartbehinderung, oder so. Auch egal. Wir wissen es nicht besser.

Weiter geht es. Wir schauen nach vorn. Wismut mit dem GlĂŒck und dem Schiri im Bunde versucht die letzte halbe Stunde mit dem Mute der Verzweiflung anzugehen. Die stĂ€ndigen plakatierten SchmĂ€hgesĂ€nge der Wismut-Fans gegen ihren Trainer lassen den und seine Mannschaft allerdings keinerlei taktische Linie mehr finden. Letztendlich muss Marcus Dörfer nach den 90 Minuten sogar unter dem Schutz zweier SicherheitskrĂ€fte in die Kabine begleitet werden, um eventuellen Anfeindungen der eigenen Fans aus dem Weg zu gehen. Bitter.

Dennoch haben auch unsere GĂ€ste weiterhin ihre Möglichkeiten. Das 2:0 ist aber verdient und in unseren Augen bisher leistungsgerecht. Auch weil wir einen Bierbaum haben, der in der 66. Minute „aus der Kalten“ den Anschlusstreffer ĂŒberragend verhindert. Wismut wechselt wieder. Der blass gebliebene Urban muss gehen. Der finnische Nachwuchs-Nationalspieler Salin kommt, bleibt aber bis zum Schlusspfiff ebenfalls recht farb- und chancenlos.

Dann wieder Gelb. Wo gehobelt wird, fallen SpĂ€ne. Jetzt erwischt es Eichberger. Und der erwischt den Ball kurz darauf richtig gut. Nur ein Hauch fehlt dem SpielgerĂ€t, um im Tor zu landen. Es bleibt spannend, es bleibt beim 2:0. Noch immer sind gut 15 Minuten zu gehen. Jetzt bloß kein Gegentor. Dann kippt das Spiel vielleicht nochmal. Der erste Wismut-Fan gratuliert einem unserer Ordner. Der will davon aber noch nichts wissen.

Auch die Bank unserer GĂ€ste schwankt zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Sollten die Orange-Schwarzen das erste Male ein Derby gegen die Scheubengrobsdorfer verlieren? Noch ist Zeit. Noch sind 15 Minuten auf der Uhr. Sollte Marcus Dörfer gerade gegen seinen ehemaligen Verein und gegen den erst 25-jĂ€hrigen Trainer Philipp Schlebe eine herbe Niederlage einstecken? Die eigenen Fans machen ihm die Antwort nicht leichter. Fragen. Auch auf den „RĂ€ngen“. Viele Fragen.

Aber es gibt ja den Dörlitz. Der ist zurĂŒck und beantwortet in der 76.  Minute alle Fragen. Mit Köpfchen, wie gehabt. Der macht ganz trocken das 3:0. Das wars. Oder? Kann Wismut zurĂŒckkommen? Kann jemand das Team um KapitĂ€n Börner noch einmal motivieren? Es hat nicht den Anschein. Westvororte kniet sich rein, kĂ€mpft um jeden Ball, kĂ€mpft um jeden einzelnen Zentimeter pitschnassen Rasens in der Saarbach-Arena.

Jetzt. Torschusstraining. Richter, Eichberger und Struz dreschen innerhalb weniger Sekunden das Leder mehrfach gen Paul-Tor. Immer wieder ist ein Fuß dazwischen. FĂŒr die Defensive unserer GĂ€ste artet es so langsam in Arbeit aus. Und kein Auge fĂŒr Heuschkel, der rechts wartet und nur hĂ€tte einschieben brauchen.

Westvororte agiert. Wismut reagiert. Resigniert. Benjamin Keller ist so ziemlich der Einzige, der sich gegen die drohende Niederlage stellt, der sich mit Körpersprache und verbal dagegen aufbĂ€umt. Ansonsten sah auch er sich immer wieder von mindestens einem Scheubengrobsdorfer attackiert, so dass er sein gefĂŒrchtetes Pass- und Aufbauspiel nicht umsetzen konnte. Damit zerstörte man gezielt das spielerische Herz der GĂ€ste. Kein anderer war in der Lage Keller „aufzufangen“.

Apropos fangen. Nichts zu fangen gab es fĂŒr unsere Jungs beim fragwĂŒrdigen Orange-Schwarzen Kleingeld-Wurf in unsere Kabine, denn der war im Gegensatz zu den Ă€ußerst fairen Fans unserer GĂ€ste daneben.

In den letzten fĂŒnf oder zehn Minuten brennt nichts mehr an. Bei den Gastgebern ist bei dem ein oder anderen Spieler schon mal kurz eine Faust zu sehen. Maximilian Kurth gewinnt weiterhin jedes Kopfballduell. Dörlitz auch. Auch der eingewechselte Leon Sippel gibt wie versprochen alles und hechtet den Ball aus dem Strafraum. Schneider gewinnt kurz vor Ultimo mit (!) Ball noch ein Laufduell gegen Schumann.

Dass Philipp Rehnelt und unsere 19 in der Nachspielzeit noch Gelb kassieren, interessiert wohl nur die Statistik. Apropos Schneider: Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass es nur einen einzigen Spieler gibt, der in jedem der drei bisherigen Derbys getroffen hat?! Ein richtig guter Treffer war bzw. ist auch das Löwen-Team. Mit Leidenschaft. Echte Partner. Seit nunmehr sechs Jahren. Hoffmann, Schumann, Zschille und Co. lassen grĂŒĂŸen.

Apropos grĂŒĂŸen. Wir grĂŒĂŸen alle Helfer, die gestern am Einlass, an den Kassen, auf den BierwĂ€gen, am Grill oder in sonst einer ehrenamtlichen Funktion bei diesen WitterungsverhĂ€ltnissen einen nicht minder ĂŒberragenden Job gemacht haben und sagen herzlichst DANKE! Mehrfaches Lob der eigenen Fans, neutraler Zuschauer und gar Orange-Schwarzer AnhĂ€nger ist dafĂŒr der schönste Lohn.

Ohne Worte 


#ausgerafĂŒrgera

 

Die Trainerstimmen

Marcus Dörfer: „Die ersten 20 Minuten haben wir gut gespielt. Aus den vielen Torraumszenen haben wir leider kein Tor gemacht. Nach dem 1:0 nach einer Ecke hatte Westvororte Aufwind. Wir haben uns von der Körperlichkeit und den vielen ZweikĂ€mpfen beeindrucken lassen. Durch mangelnde eigene Torraumszenen geht die Niederlage auch so in Ordnung.“

Philipp Schlebe: „Wir wollten nach zwei verlorenen Derbys endlich den ersten Derbysieg. Die Jungs haben sich 90 Minuten lang als Einheit und WIR prĂ€sentiert und daher vollkommen zurecht den Sieg errungen. Dabei waren aber gerade auch unsere Treffer ansehnlich herausgespielt, gerade das 2:0 ĂŒber Hoffi und Rico (Anm.d.Red.: Franz Hoffmann und Rico Heuschkel) war ein echter Hingucker! Die Jungs haben sich den Sieg verdient und können stolz auf sich sein!“